Kernkraft Paks: Block 2 wieder mit 428 Megawatt am Netz
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 20:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der gestiegene Wasserstand der Donau hat im Kernkraftwerk Paks zu einer ersten Entspannung der Produktionslage geführt. Nachdem der Pegel um 19 Zentimeter über den jüngsten Tiefststand kletterte, konnten die Produktionskapazitäten der Anlage unter Einhaltung strenger regulatorischer Sicherheitsvorgaben angepasst werden. Zuvor hatten extreme Niedrigwasserstände den Betrieb des wichtigsten ungarischen Stromerzeugers erheblich eingeschränkt.
Schrittweise Leistungserhöhung bei Block 2
Am Montag begann Block 2 des Kraftwerks mit einer gezielten Erhöhung der Einspeiseleistung. Der Prozess startete am frühen Abend mit dem Ziel, die Leistung von ursprünglich 240 Megawatt schrittweise auf die Nennleistung von 500 Megawatt anzuheben. Branchenberichten zufolge überschritt die Produktion des Blocks bereits kurze Zeit nach Beginn der Maßnahmen die Marke von 300 Megawatt.
Am Dienstag wurde Block 2 schließlich mit einer Leistung von 428 Megawatt wieder in das nationale Stromnetz eingespeist. Dies entspricht einer Auslastung von 86 Prozent der Nennkapazität. Vor dieser Anpassung war der Block elf Tage lang mit einer reduzierten Kapazität von lediglich 50 Prozent betrieben worden, um die thermische Belastung des Kühlwassersystems im Verhältnis zum Flusspegel zu minimieren.
Auswirkungen des historischen Niedrigwassers
Die Situation am Standort Paks war in den vergangenen Tagen durch eine kritische Wasserknappheit geprägt. Während Block 2 im gedrosselten Betrieb verblieb, mussten die Blöcke 1, 3 und 4 aufgrund des extremen Niedrigwassers vollständig abgeschaltet werden. Der Pegel der Donau war zuvor auf einen Stand von minus 134 Zentimetern gefallen – der niedrigste Wert, der an dieser Stelle seit 90 Jahren gemessen wurde.
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Der aktuelle Anstieg des Wasserstandes wurde primär durch Niederschläge im Einzugsgebiet in Österreich verursacht. Meteorologische Prognosen dämpfen jedoch die Erwartungen an eine dauerhafte Entspannung: Für die kommenden zehn Tage wird kein nennenswerter Regen erwartet, was die Wasserversorgung des Kraftwerks erneut unter Druck setzen könnte.
Strategische Bedeutung und künftige Kühlkonzepte
Das Kernkraftwerk Paks verfügt über insgesamt vier Druckwasserreaktoren vom Typ VVER-440 mit einer installierten Gesamtleistung von 2000 Megawatt. Im Normalbetrieb deckt die Anlage fast die Hälfte des gesamten ungarischen Strombedarfs, weshalb produktionsbedingte Einschränkungen unmittelbare Auswirkungen auf die nationale Energiebilanz haben.
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Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von Niedrigwasserereignissen befasst sich die ungarische Regierung verstärkt mit der langfristigen Standortsicherung. Aktuell werden Konsultationen zu temporären Lösungen für niedrige Wasserstände geführt, um die Betriebsstabilität auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu gewährleisten. Die Wiederinbetriebnahme von Kapazitäten erfolgt dabei unter strikter sicherheitstechnischer Aufsicht und folgt fest definierten Verfahrensabläufen.
Darüber hinaus prüft die Regierung ein neues Kühlkonzept für das geplante Erweiterungsprojekt Paks II. Ziel ist es, die Abhängigkeit von direkter Flusswasserkühlung zu verringern und die Anlage widerstandsfähiger gegen schwankende Pegelstände der Donau zu machen.
