KfW-Förderung: Effizienzhaus 55 verlÀngert bis Ende 2026
25.06.2026 - 20:18:38 | boerse-global.de
Die staatliche Förderbank KfW gewĂ€hrt zinsgĂŒnstige Kredite fĂŒr den Neubau von EffizienzhĂ€usern 55 nun doch bis Ende 2026. UrsprĂŒnglich sollte das Programm Mitte des Jahres auslaufen.
Die VerlĂ€ngerung betrifft sowohl das Effizienzhaus 55 (EH55) als auch das EffizienzgebĂ€ude 55 fĂŒr NichtwohngebĂ€ude. Pro Wohneinheit sind Kredite von bis zu 100.000 Euro möglich. Der effektive Zinssatz liegt bei 1,0 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren, inklusive zwei tilgungsfreier Anlaufjahre.
Voraussetzung: Die WĂ€rmeversorgung muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. AntrĂ€ge mĂŒssen vor Baubeginn und unter Einbindung eines Energieeffizienz-Experten gestellt werden. Kommunen können zusĂ€tzlich einen Investitionszuschuss von 7,5 Prozent beantragen.
Stabile Nachfrage, knappe Mittel
Die Nachfrage nach dem Programm war bislang stabil. Bis zum 15. Juni 2026 wurden rund 33.700 Wohneinheiten mit einem Gesamtvolumen von 3,2 Milliarden Euro gefördert. Von den bereitgestellten Mitteln sind noch etwa 343 Millionen Euro verfĂŒgbar. Seit Dezember 2025 wurden zudem rund 800 Millionen Euro fĂŒr reaktivierte Förderkontingente abgerufen.
Kabinett beschlieĂt schlankeres Energieeffizienzgesetz
Das Bundeskabinett verabschiedete am 24. Juni 2026 den Entwurf zur Ănderung des Energieeffizienzgesetzes. Ziel ist die Umsetzung der europĂ€ischen Energieeffizienzrichtlinie â mit Entlastungen fĂŒr die Wirtschaft von ĂŒber drei Milliarden Euro.
Die Pflicht zur EinfĂŒhrung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen greift kĂŒnftig erst ab einem jĂ€hrlichen Energieverbrauch von 23,6 Gigawattstunden (GWh). Zuvor lag dieser Wert deutlich niedriger. FĂŒr Rechenzentren wurden die Ăbergangsfristen fĂŒr Effizienzvorgaben von zwei auf vier Jahre verlĂ€ngert. Die Frist fĂŒr 100 Prozent erneuerbaren Strom in diesem Sektor wurde auf den 1. Januar 2030 festgesetzt.
Angesichts neuer Gesetze wie dem Energieeffizienzgesetz rĂŒckt die steuerliche Optimierung von Immobilieninvestitionen noch stĂ€rker in den Fokus. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklĂ€rt Schritt fĂŒr Schritt, wie Immobilienbesitzer von der degressiven AfA und Sonderabschreibungen profitieren. Steuer-Spar-Chancen durch Abschreibungen jetzt entdecken
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft kritisierte den Beschluss als unzureichend. Nationale Ziele wĂŒrden herabgestuft, Einsparverpflichtungen fĂŒr die öffentliche Hand gesenkt. Auch die AbwĂ€rmemeldung sei nun teilweise freiwillig.
Wohnungsmarkt bleibt angespannt
Die FörderverlĂ€ngerung kommt vor dem Hintergrund eines weiterhin schwierigen Wohnungsmarktes. BranchenverbĂ€nde wie IG BAU, ZDB und HDB weisen darauf hin, dass 2025 nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt wurden â der Bedarf liegt bei jĂ€hrlich 400.000 Einheiten. Die Bauwirtschaft fordert daher weitere Impulse wie Grunderwerbsteuer-FreibetrĂ€ge und eine Ausweitung von Sonderabschreibungen.
Neue Programme: âJung kauft Altâ und âErneuerbare Energien Plusâ
Um den Bestand zu aktivieren, hebt die KfW zum 3. August 2026 die FörderhöchstsĂ€tze fĂŒr das Programm âJung kauft Altâ an. Zudem startete am 24. Juni 2026 das neue Programm âErneuerbare Energien Plusâ. Es bietet Kredite bis zu 150 Millionen Euro fĂŒr Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und Speicherlösungen â vorausgesetzt, die Stromvermarktung erfolgt ĂŒber direkte LiefervertrĂ€ge (PPAs) auĂerhalb der klassischen EEG-Förderung.
WĂ€hrend die Politik neue Förderprogramme fĂŒr den Neubau und Bestand schafft, sollten Vermieter auch ihre laufenden Erlöse rechtssicher optimieren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie Mieterhöhungen von der BegrĂŒndung bis zur Fristwahrung 100 % rechtssicher umsetzen. Kostenlose Anleitung zur rechtssicheren Mieterhöhung herunterladen
Verunsicherung trotz Förderung
Trotz der Förderzusagen bleibt die Unsicherheit bei BĂŒrgern groĂ. Eine aktuelle Forsa-Umfrage vom 24. Juni 2026 zeigt: 56 Prozent der Befragten befĂŒrchten, dass Heizen mit fossilen Brennstoffen bis 2045 unbezahlbar wird. Mehr als die HĂ€lfte gibt an, dass das neue GebĂ€udemodernisierungsgesetz (GModG) die Planungssicherheit fĂŒr Immobilienbesitzer eher verringert habe. Besonders skeptisch blicken viele auf die sogenannte âBio-Treppeâ â eine schrittweise Beimischung von Biomasse ab 2029.
