KI im Betrieb: Nur 4% der Unternehmen fühlen sich vorbereitet
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 04:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine am 15. Juli veröffentlichte Studie von SAP und Oxford Economics, für die 2.600 Führungskräfte befragt wurden. Die Erwartungen an die Rentabilität sind hoch: Die Befragten rechnen mit einem Return on Investment von 24 Prozent – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (17 Prozent).
Nur vier Prozent fühlen sich bereit
Obwohl 90 Prozent der Führungskräfte der Technologie das Potenzial für grundlegende Veränderungen zuschreiben, fühlen sich lediglich vier Prozent der Unternehmen vollständig auf den Einsatz vorbereitet. Besonders kritisch bewerten die Verantwortlichen die Steuerung der Systeme. Nur elf Prozent halten ihre Governance-Fähigkeiten für ausreichend.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen verfügt über keine festen Prozesse zur menschlichen Kontrolle von KI-Agenten. Nur 30 Prozent führen Berechtigungsverzeichnisse für den Einsatz dieser Werkzeuge. Parallel dazu rückt der rechtliche Rahmen in den Fokus: Der EU AI Act klassifiziert zahlreiche Anwendungen im Personalbereich als Hochrisiko-KI. Compliance-Experten mahnen, dass Unternehmen zeitnah Transparenzpflichten und regelkonforme Prozesse etablieren müssen.
Die neue EU-KI-Verordnung stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Dokumentation und Risikobewertung ihrer Systeme. Dieser kompakte Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, Fristen und Pflichten des AI Acts rechtzeitig zu erfüllen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
KI in der Ausbildung: Effizienter, aber selten bewertend
Ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) veröffentlichte ebenfalls am 15. Juli Ergebnisse einer Umfrage unter 246 Ausbildungsverantwortlichen. Demnach wird generative KI breit erprobt – die Schwerpunkte liegen auf Recherche, Ideenfindung und Materialplanung. Das Bildungspersonal berichtet von höherer Effizienz und qualitativ besseren Materialien. Zur Bewertung oder für direktes Feedback an Auszubildende wird KI dagegen noch selten eingesetzt.
Der Branchenverband Bitkom forderte am selben Tag eine bundesweite Kompetenzoffensive. Nur 53 Prozent der Deutschen verfügen über grundlegende Digitalkompetenzen. Der Verband schlägt ein persönliches Weiterbildungsbudget für KI-Kompetenzen vor. Die Daten zeigen zudem einen „Gender-AI-Gap“: Während 53 Prozent der Männer KI nutzen, liegt der Anteil bei den Frauen bei 37 Prozent.
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KI-Avatare im Job-Interview: Vertrauen ja – aber nur bei Erfolg
Eine Studie der Technischen Universität München und der Universität Lund untersuchte die Wirkung von fotorealistischen KI-Avataren in Job-Interviews. Die 220 Teilnehmenden zeigten grundsätzlich hohes Vertrauen in die Technologie – solange das Ergebnis positiv war. Bei einer Absage kam es jedoch häufig zu Vorwürfen ethnischer Voreingenommenheit, insbesondere wenn sich die Hautfarbe des Avatars von der des Bewerbers unterschied.
In der Recruiting-Praxis sind KI-gestützte Bewerbungen längst Alltag. Eine Personalverantwortliche von SAP berichtete, dass Anschreiben ohne Programme wie ChatGPT selten geworden seien. Dabei falle auf: Bewerber kopieren teilweise versehentlich die ursprünglichen Anweisungen (Prompts) in ihre Dokumente.
KI-Agenten prüfen 466 Millionen Zeilen Code in 20 Stunden
Die Leistungsfähigkeit spezialisierter Tools nimmt rasant zu. Branchenberichte belegen enorme Effizienzgewinne: Ein System prüfte 466 Millionen Zeilen Code innerhalb von 20 Stunden – eine Aufgabe, die manuell auf etwa 6,5 Jahre geschätzt wird. Die Kosten für solche Prozesse sanken laut Nutzerberichten um bis zu 95 Prozent. Auch Anbieter von Projektmanagement-Software wie Atlassian und Monday.com integrieren verstärkt KI-Agenten, um Routineaufgaben und Sicherheitsprüfungen zu automatisieren.
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