KI in HR: 14 Prozent der Betriebe nutzen KI für Arbeitszeugnisse
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer am 17. August 2026 veröffentlichten Studie des Branchenverbands Bitkom zeigt sich ein deutlicher Trend zur Automatisierung im Personalwesen. Demnach verwenden bereits 14 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI), um Arbeitszeugnisse zu erstellen.
Die repräsentative Umfrage unter mehr als 600 Betrieben ab drei Beschäftigten verdeutlicht zudem das große Potenzial der Technologie für die HR-Abteilungen: 52 Prozent der Befragten bekunden Interesse an einem künftigen Einsatz in diesem Bereich.
Expansion der KI-Anwendungen in der Weiterbildung und im Onboarding
Die Daten des Verbands belegen, dass die KI-Adoption nicht auf die Zeugniserstellung beschränkt ist, sondern weite Teile der Personalarbeit durchdringt. Besonders stark ist die Verbreitung derzeit im Bereich der betrieblichen Weiterbildung.
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Hier stieg der Anteil der nutzenden Unternehmen von 12 Prozent im Jahr 2024 auf aktuell 16 Prozent. Die Akzeptanz in diesem Segment ist hoch; insgesamt 58 Prozent der Betriebe geben an, sich den Einsatz von KI für Bildungszwecke vorstellen zu können.
Auch beim Onboarding neuer Mitarbeiter ist ein Zuwachs zu verzeichnen. Während im Jahr 2024 noch 11 Prozent der Firmen auf technologische Unterstützung beim Einstieg neuer Kräfte setzten, ist dieser Wert mittlerweile auf 14 Prozent gestiegen. Die Technologie übernimmt dabei zunehmend Aufgaben, die früher manuell durch Personalverantwortliche abgewickelt wurden.
Effizienzgewinne bei Arbeitsbelastung und Leistungsbewertung
Ein signifikanter Sprung zeigt sich bei der KI-gestützten Analyse der Arbeitsbelastung. In diesem Feld hat sich der Einsatz innerhalb der letzten zwei Jahre mehr als verdoppelt: von 6 Prozent im Jahr 2024 auf nunmehr 13 Prozent.
Ähnlich präsent ist die Technologie bei der Beantwortung interner Anfragen über Chatbots, die ebenfalls von 13 Prozent der Unternehmen genutzt werden. In der direkten Leistungsbewertung von Angestellten kommt KI laut der Erhebung bei 12 Prozent der befragten Organisationen zum Einsatz.
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Regulatorische Hürden und rechtliche Fallstricke
Trotz des wachsenden Interesses stehen many Unternehmen vor Herausforderungen bei der Implementierung. Der Branchenverband identifiziert insbesondere den Datenschutz sowie die Anforderungen des europäischen AI Acts als wesentliche Hürden, die einen noch breiteren KI-Einsatz in der deutschen Wirtschaft bremsen.
Neben der technischen und regulatorischen Umsetzung bleibt die inhaltlich rechtssichere Gestaltung von Zeugnissen ein sensibles Thema. Juristen weisen darauf hin, dass ein Dienstzeugnis keine bloße Aneinanderreihung von Schulnoten darstellen darf. Besonders problematisch seien sogenannte versteckte Geheimcodes, deren Verwendung rechtlich riskant ist.
Viele Konflikte rund um die Zeugniserstellung resultieren laut Experten zudem aus grundlegenden Missverständnissen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die Bewertungsgrundlagen. Eine präzise und transparente Formulierung bleibt daher auch bei der Nutzung automatisierter Systeme unerlässlich, um langwierige rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.
