KI-Kündigungen, Regeln

KI-Kündigungen: EU schärft Regeln ab 2. August 2026 nach

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 00:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

26 Ex-Mitarbeiter verklagen Meta wegen KI-gestützter Bewertung bei Entlassungen. EU verschärft Regeln für Hochrisiko-KI mit neuen Fristen.

Meta-Klage wegen KI-Diskriminierung bei Massenentlassungen
Eine futuristische Darstellung von künstlicher Intelligenz mit leuchtenden neuronalen Netzen, die sich mit menschlichen Silhouetten überschneiden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Parallel dazu verschärft die EU die Regeln für Künstliche Intelligenz – mit konkreten Fristen, die Unternehmen jetzt kennen müssen.

Vorwurf der Diskriminierung durch KI

Am 13. Juli reichten 26 Ex-Beschäftigte Klage vor dem Bundesgericht in Oakland ein. Ihr Vorwurf: Automatisierte Bewertungssysteme hätten bei der Auswahl für rund 8.000 Entlassungen – etwa zehn Prozent der Belegschaft – eine entscheidende Rolle gespielt.

Die sogenannten KI-Scores sollen unter anderem aus Tastenanschlägen, Browser-Verlauf, E-Mails und dem Verbrauch von KI-Token generiert worden sein. Die Kläger sehen Menschen mit Behinderungen und Personen in gesetzlichen Schutzfristen benachteiligt.

Ein Eilantrag soll die für den 22. Juli geplanten Trennungen stoppen. Meta weist die Vorwürfe zurück: Die finalen Entscheidungen hätten Menschen getroffen, nicht die KI.

EU stuf KI bei Kündigungen als Hochrisiko ein

In der EU gilt der Einsatz von KI für Kündigungen oder Leistungsbewertung bereits als Hochrisiko-Anwendung – mit strengen Auflagen. Das sogenannte „Digital-Omnibus“-Reformpaket hat die zeitlichen Vorgaben nun konkretisiert.

Die Verbote für inakzeptable KI-Anwendungen gelten seit Anfang 2025. Für Hochrisiko-Systeme wurden die Fristen teilweise nach hinten verschoben:

  • Eigenständige Hochrisiko-KI (Anhang III): Pflichten greifen ab 2. Dezember 2027
  • KI als Sicherheitskomponente (Anhang I): Übergangsfrist bis 2. August 2028
Anzeige

Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun? Die EU-KI-Verordnung stellt neue Regeln auf, die viele noch nicht kennen – dieser kostenlose Report klärt auf. EU AI Act Umsetzleitfaden kostenlos herunterladen

Transparenzpflichten ab August 2026

Trotz der Verschiebungen rückt ein wichtiger Stichtag näher: Ab dem 2. August 2026 gelten umfassende Transparenzpflichten nach Artikel 50 der KI-Verordnung. Unternehmen müssen dann:

  • Chatbots eindeutig als KI kennzeichnen
  • Deepfakes und KI-generierte Inhalte markieren
  • Synthetische Inhalte maschinenlesbar auszeichnen

Ausnahmen gibt es nur, wenn der Kontext offensichtlich ist oder eine redaktionelle Kontrolle stattfindet.

Datenschutz als größte Hürde

Experten warnen davor, die Vorbereitungen wegen der verlängerten Fristen aufzuschieben. Eine Bitkom-Erhebung von 2026 zeigt: 69 Prozent der Unternehmen sehen den Datenschutz als Hindernis bei der KI-Entwicklung. 59 Prozent haben Projekte für gemeinsame Datenpools bereits abgebrochen.

Anzeige

Compliance-Experten warnen: Wer die KI-Verordnung ignoriert, riskiert empfindliche Strafen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act liefert Ihnen alle relevanten Übergangsfristen und Pflichten auf einen Blick. Jetzt kostenloses E-Book sichern

Ein weiterer Punkt: Die EU-Kommission schlug vor, dass Unternehmen künftig selbst prüfen sollen, ob sie Personen identifizieren können. Ist das nicht der Fall, gelten die Daten als nicht-personenbezogen. Kritiker wie AlgorithmWatch warnen vor Schutzlücken beim KI-Training.

Parallel dazu treibt die EU die Cybersicherheit voran. Ein Aktionsplan vom 7. Juli sieht vor, die Anforderungen aus dem AI Act mit NIS2 und dem Cyber Resilience Act zu verknüpfen. Ziel ist der Aufbau europäischer Bewertungskapazitäten für KI-Modelle ab 2027 – besonders für kritische Infrastrukturen in Energie, Gesundheit und Finanzen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69790671 |