Kinderkrankentage, Frauen

Kinderkrankentage: 73 Prozent gehen auf Frauen – Väter nur 27 Prozent

01.06.2026 - 05:18:27 | boerse-global.de

Eine AOK-Auswertung zeigt eine ungleiche Verteilung der Kinderkrankentage. Die Teilzeitquote erreicht einen neuen Höchststand, während die Geburtenzahlen sinken.

Kinderkrankentage: 73 Prozent gehen auf Frauen – Väter nur 27 Prozent - Bild: über boerse-global.de
Kinderkrankentage: 73 Prozent gehen auf Frauen – Väter nur 27 Prozent - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Auswertung der AOK. Die Krankenkasse analysierte dafür die Daten von rund 14,9 Millionen erwerbstätigen Mitgliedern.

Männer kamen bundesweit auf lediglich 27 Prozent der Kinderkrankentage. Die regionalen Unterschiede sind dabei enorm: In Sachsen lag der Anteil der Väter mit 31 Prozent am höchsten, in Bayern mit 23 Prozent am niedrigsten.

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AOK-Chefin Carola Reimann sieht darin den Beleg für eine weiterhin ungleiche Verteilung der Care-Arbeit. Insgesamt beantragten 4,6 Prozent der berechtigten Versicherten Kinderkrankengeld – ein leichter Rückgang gegenüber 4,8 Prozent im Vorjahr. Im Schnitt blieben Eltern pro Fall 2,5 Tage der Arbeit fern.

Teilzeitquote erreicht neuen Höchststand

Die Zahlen passen zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten des Statistischen Bundesamtes. Die Teilzeitquote bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kletterte 2025 auf knapp 32 Prozent – ein Rekordwert. Mehr als jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit.

Eine DGB-Umfrage aus der ersten Jahreshälfte 2025 zeigt: 63 Prozent der Väter wünschen sich kürzere Arbeitszeiten. Die Realität sieht anders aus: Männer arbeiten im Schnitt 37,1 Stunden pro Woche, Frauen kommen auf 30,8 Stunden.

Haupttreiber dieser Entwicklung ist der Mangel an Betreuungsplätzen. Schätzungen zufolge fehlten 2025 bundesweit rund 300.000 Kita-Plätze und 150.000 Hortplätze.

Debatte um Elterngeld und Unterhaltsrecht

Seit der Einführung des Elterngeldes 2007 hat sich die Nutzung durch Väter von 20 auf 50 Prozent erhöht. Dennoch fordert Ifo-Präsident Clemens Fuest angesichts jährlicher Kosten von 7,5 Milliarden Euro eine Abschaffung der Leistung. Die CDU Hessen stellte sich auf ihrem Landesparteitag Ende Mai 2026 dagegen und verlangte eine Inflationsanpassung.

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Im Familienrecht stocken wichtige Reformen. Die SPD-Abgeordnete Annika Klose erklärte im Februar, dass ein Entwurf zur Reform des Unterhaltsrechts für asymmetrische Wechselmodelle durch das Regierungsende nicht mehr umgesetzt werden konnte. An neuen Eckpunkten werde gearbeitet.

Wirtschaftliche Ängste belasten Familienplanung

Die hohen Kosten schrecken ab: Laut einer Studie der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen und der GfK nannten zwei Drittel der Befragten finanzielle Gründe gegen Kinder. Bis zum 18. Lebensjahr kostet ein Kind über 200.000 Euro. Fast 60 Prozent äußerten zudem generelle Zukunftsängste.

Die Geburtenzahlen bestätigen den Trend: 2025 sanken sie auf einen historischen Tiefstand von 654.000. Kamen vor zehn Jahren noch 159 Kinder auf 100 Frauen, sind es aktuell nur noch 135.

Unterdessen droht Deutschland eine EU-Vorgabe zu verpassen: Die Entgelttransparenzrichtlinie mĂĽsste bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Ein Gesetzesentwurf liegt noch nicht vor, die Umsetzung wird frĂĽhestens 2027 erwartet.

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