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GefÀhrlicher Hurrikan 'Beryl' zieht auf Jamaika zu

03.07.2024 - 16:54:57

KINGSTON - Jamaika bekommt den sich nĂ€hernden schweren Hurrikan "Beryl" zu spĂŒren.

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KINGSTON (dpa-AFX) - Jamaika bekommt den sich nĂ€hernden schweren Hurrikan "Beryl" zu spĂŒren. Die AuslĂ€ufer des gefĂ€hrlichen Wirbelsturms verursachen seit der Nacht Regen auf der Karibikinsel. Im Laufe des Tages werde das Sturmzentrum ĂŒber Jamaika oder nah daran vorbeiziehen, teilte das US-Hurrikanzentrum NHC mit. Es sei mit lebensbedrohlichem Wind und einer Sturmflut zu rechnen. "Beryl" ist den Angaben zufolge mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde ein Hurrikan der zweitstĂ€rksten Kategorie 4 von 5. Im SĂŒdosten der Karibik hat er bereits eine Spur der VerwĂŒstung hinterlassen.

Jamaikas MinisterprĂ€sident Andrew Holness erklĂ€rte am Dienstagabend das Land fĂŒr sieben Tage zum Katastrophengebiet. Zudem gelte am Mittwoch zwischen 6 und 18 Uhr eine landesweite Ausgangssperre, sagte er in einer Ansprache. Die FlughĂ€fen von Kingston und Montego Bay wurden vorerst geschlossen.

Nahezu komplette Zerstörung auf mehreren Inseln

"Beryl", der erste Hurrikan der Anfang Juni begonnenen Saison im Atlantik, hatte sich am Wochenende innerhalb von weniger als 24 Stunden von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt. Das Sturmzentrum traf am Montag ĂŒber der zu Grenada gehörenden Insel Carriacou auf Land.

Dort und auf der nahegelegenen Insel Petite Martinique seien 98 Prozent der GebĂ€ude beschĂ€digt oder zerstört, sagte am Dienstagabend der Koordinator von Grenadas Katastrophenschutzbehörde Nadma, Terence Walters, auf einer Pressekonferenz. Zahlreiche BĂ€ume und Strommasten seien umgestĂŒrzt, es gebe weder Strom noch Wasser noch Handyempfang. Auch die gesamte Vegetation auf Carriacou sei zerstört, sagte MinisterprĂ€sident Dickon Mitchell.

"Beryl" eine "direkte Folge der Klimakrise"

"Dieser Hurrikan ist eine direkte Folge der Klimakrise, an deren vorderster Front Grenada, die Karibik und andere kleine InselentwicklungslĂ€nder stehen", betonte er. Grenada werde vor der internationalen Gemeinschaft Klimagerechtigkeit fordern. Man werde nicht mehr akzeptieren, Jahr fĂŒr Jahr wiederaufbauen und dafĂŒr Kredite aufnehmen zu mĂŒssen, wĂ€hrend die fĂŒr die Krise verantwortlichen Staaten untĂ€tig blieben.

Carriacou hat rund 6000 Einwohner, Petite Martinique etwa 900. Besonders betroffen war auch die rund 5000 Bewohner zÀhlende Union Island, die zum Staat St. Vincent und die Grenadinen gehört. Dort wurde nach Angaben der Regierung rund 90 Prozent der Infrastruktur beschÀdigt. Grenada meldete bisher drei TodesfÀlle infolge des Sturms, Venezuela zwei und St. Vincent und die Grenadinen einen.

Historischer Sturm

So frĂŒh in der Hurrikan-Saison, die ein halbes Jahr dauert, war noch nie ein so starker Sturm registriert worden - nach Angaben des Experten Philip Klotzbach von der Colorado State University ist "Beryl" der stĂ€rkste je erfasste Atlantik-Hurrikan im Juli. Zwischenzeitlich maß das NHC Windgeschwindigkeiten um die 270 Kilometer pro Stunde - ab 252 ist die Kategorie 5 erreicht. Im Zuge des Klimawandels macht wĂ€rmeres Meereswasser starke WirbelstĂŒrme wahrscheinlicher.

Das Sturmzentrum wird den Prognosen zufolge ab der Nacht zum Donnerstag ĂŒber oder nahe an den Kaimaninseln vorbeiziehen. Am Freitag werde es sich der mexikanischen Halbinsel YucatĂĄn nĂ€hern.

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