Klimabilanz: Gebr. Heinemann setzt auf PrimÀrdaten statt SchÀtzungen
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Hamburger Handelsunternehmen Gebr. Heinemann hat eine Initiative gestartet, um die Genauigkeit seiner Klimabilanzierung signifikant zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit dem Dienstleister ClimatePartner wurde ein Programm implementiert, das auf die Erhebung belastbarer PrimÀrdaten innerhalb der Lieferkette abzielt.
Im Fokus stehen dabei die sogenannten Product Carbon Footprints (PCF), welche die Treibhausgasemissionen auf Ebene einzelner Produkte detailliert ausweisen und damit die Grundlage fĂŒr eine prĂ€zisere Scope-3-Bilanzierung bilden.
Fokus auf PrimÀrdaten in der Lieferkette
Die Erfassung von Scope-3-Emissionen, die alle indirekten Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette umfassen, stellt fĂŒr global agierende Handelsunternehmen eine der gröĂten Herausforderungen im Nachhaltigkeitsmanagement dar.
Bisher basieren viele dieser Berechnungen auf Durchschnittswerten oder SchÀtzungen. Durch die nun forcierte Erhebung von PrimÀrdaten direkt bei den Herstellern strebt Gebr. Heinemann eine deutlich höhere DatenvaliditÀt an.
Um die QualitĂ€t der zugelieferten Informationen sicherzustellen, sieht das Programm umfassende UnterstĂŒtzungsleistungen fĂŒr die beteiligten Partner vor. Die Lieferanten erhalten im Rahmen der Initiative gezielte Schulungen, um die komplexen Anforderungen an die Berechnung von Product Carbon Footprints zu erfĂŒllen.
Gebr. Heinemann ĂŒbernimmt dabei die vollstĂ€ndigen Kosten fĂŒr diese FortbildungsmaĂnahmen, um die HĂŒrden fĂŒr die Kooperationspartner zu senken und eine einheitliche Datengrundlage zu schaffen.
Technologische Umsetzung und Industriestandards
Wie Gebr. Heinemann zeigt, lassen sich Scope-3-Emissionen mit PrimĂ€rdaten statt SchĂ€tzungen deutlich prĂ€ziser bilanzieren. Der SchlĂŒssel: Product Carbon Footprints, die direkt bei Lieferanten erhoben werden. Dieser Leitfaden erklĂ€rt Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie PCF-Daten erfassen, Ihre Lieferanten schulen und den GS1-Standard nutzen. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Scope-3-Bilanzierung anfordern
FĂŒr den Austausch der sensiblen Emissionsdaten nutzen die Partner etablierte Schnittstellen. Die Ăbermittlung erfolgt ĂŒber den GS1 FMCG Standard, der in der KonsumgĂŒterbranche als anerkannter MaĂstab fĂŒr den digitalen Datenaustausch gilt. Dies soll eine nahtlose Integration der Informationen in die bestehenden Systeme ermöglichen und den administrativen Aufwand fĂŒr alle Beteiligten minimieren.
Begleitend zur Partnerschaft hat ClimatePartner seine technologische Infrastruktur erweitert. Innerhalb des firmeneigenen Hubs wurde das Feature âNetworkâ entwickelt. Diese Funktion ist speziell darauf ausgerichtet, die Vernetzung zwischen Unternehmen und ihren Zulieferern zu verbessern und den Transfer von CO2-Leistungsdaten innerhalb komplexer Liefernetzwerke effizienter zu gestalten.
Fortschritte in der unternehmenseigenen Klimastrategie
Die aktuelle Initiative zur Optimierung der Scope-3-Daten ist Teil einer umfassenderen Nachhaltigkeitsstrategie des Hamburger Familienunternehmens. WĂ€hrend die Erfassung der indirekten Emissionen in der Lieferkette nun professionalisiert wird, verweist das Unternehmen auf bereits erzielte Erfolge bei den direkten Emissionen.
In den Bereichen Scope 1 und Scope 2 â also bei Emissionen aus eigenen Quellen sowie aus zugekaufter Energie â konnte Gebr. Heinemann seit dem Jahr 2019 eine Reduktion um 65 % verzeichnen.
Viele Handelsunternehmen scheitern an der Scope-3-Bilanzierung, weil Lieferanten das Know-how fĂŒr PCF-Berechnungen fehlt. Gebr. Heinemann löst das mit kostenlosen Schulungen â und Sie können das auch. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Lieferanten fit machen und den Datenaustausch ĂŒber GS1-Schnittstellen effizient gestalten. Leitfaden fĂŒr Lieferanten-Schulung jetzt sichern
Mit dem neuen Programm adressiert das Unternehmen nun den wesentlich umfangreicheren Teil seiner Klimawirkung. Branchenexperten weisen regelmĂ€Ăig darauf hin, dass bei Handelsunternehmen der GroĂteil des ökologischen FuĂabdrucks in der Produktion der verkauften Waren sowie in der Logistik entsteht.
Die Umstellung von pauschalen Emissionsfaktoren auf konkrete, produktbezogene PrimĂ€rdaten gilt daher als wesentlicher Schritt fĂŒr eine zielgerichtete Dekarbonisierung der gesamten Lieferkette. Durch die prĂ€zisen Daten lassen sich kĂŒnftig gezieltere MaĂnahmen zur Emissionsminderung ableiten und Fortschritte gegenĂŒber Stakeholdern transparenter dokumentieren.
