Erneuerbare liefern erstmals mehr als die HĂ€lfte des Stromverbrauchs
18.12.2023 - 05:21:03Das geht aus Hochrechnungen des Zentrums fĂŒr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-WĂŒrttemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Demnach entfielen im zu Ende gehenden Jahr knapp 52 Prozent des Bruttostromverbrauchs auf erneuerbare Energien, das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. ZSW und BDEW gehen davon aus, dass der gesamte Bruttostromverbrauch 2023 bei rund 517,3 Milliarden Kilowattstunden liegen wird.
Auf besonders hohe Anteile kamen die Erneuerbaren im Juli (59 Prozent), Mai (57 Prozent) sowie Oktober und November (jeweils 55 Prozent). Im Juni habe die Stromerzeugung aus Sonnenlicht mit 9,8 Milliarden Kilowattstunden einen neuen Allzeit-Rekord erreicht. Windenergie an Land erzielte einen neuen Jahresrekord mit 113,5 Milliarden Kilowattstunden. Auch insgesamt wurde mit 267,0 Milliarden Kilowattstunden so viel Strom klimaneutral erzeugt wie noch nie zuvor.
"Die Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklĂ€rte die Vorsitzende der BDEW-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung, Kerstin Andreae. Der Weg zu einer vollstĂ€ndig klimaneutralen Stromversorgung sei aber kein SelbstlĂ€ufer. "Die zweiten 50 Prozent schaffen wir nur, wenn die Politik alle HĂŒrden fĂŒr den Erneuerbaren-Ausbau konsequent weiter aus dem Weg rĂ€umt."
Die auf der Weltklimakonferenz in Dubai beschlossene Abkehr von den fossilen EnergietrĂ€gern Kohle, Ăl und Erdgas verlange einen Ausbau der erneuerbaren Energien in ganz neuen Dimensionen, betonte ZSW-Vorstand Frithjof StaiĂ. So sei erneuerbarer Strom auch nötig fĂŒr die Gewinnung von Kohlendioxid aus der Luft mit Hilfe sogenannter Direct Air Capture-Anlagen. Das so gewonnene CO2 könne zusammen mit grĂŒnem Wasserstoff als Kohlenstoffquelle fĂŒr den auch zukĂŒnftig bestehenden Kohlenwasserstoff-Bedarf dienen.

