Klimaneutralität 2050: Glaube bei Thüringer Firmen um 49 Punkte gesunken
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 11:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nur noch 38 Prozent der Thüringer Firmen glauben an die Klimaneutralität bis 2050. Im Vorjahr waren es noch 87 Prozent. Der Grund: explodierende Energiepreise, fehlende Planungssicherheit und immer mehr Bürokratie.
Die Industrie- und Handelskammer Thüringen hat die Stimmungslage erfasst – und die ist düster. Fast die Hälfte der befragten Betriebe fürchtet Wettbewerbsnachteile durch das aktuelle Preisniveau. Jedes dritte Unternehmen legt geplante Investitionen auf Eis. Der IHK-Präsident fordert deshalb eine Aussetzung der CO2-Bepreisung.
Abwanderung als Alarmsignal
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schlägt Alarm: Erste Firmen verlagern bereits Produktionsprozesse ins Ausland. Die hohen Energiekosten machen den Standort Deutschland zunehmend unattvraktiv. Besonders betroffen sind energieintensive Branchen.
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Doch es gibt auch eine Gegenbewegung. Immer mehr Unternehmen setzen auf digitales Energiemanagement, um den Kostendruck abzufedern. Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz werden strategisch in der Unternehmensführung verankert – oft gekoppelt an Vergütungsanreize für Führungskräfte.
KI steuert Solaranlagen effizienter
Auf der Intersolar Europe 2026 zeigte das italienische Unternehmen WiseGlow eine KI-gestützte Plattform fürs Energiemanagement. Die Lösung ist hardware-agnostisch und optimiert Solar-Assets per Digitalisierung. In Pilotprojekten stieg der Ertrag um bis zu 15 Prozent, die Betriebskosten sanken um 7 Prozent.
WiseGlow arbeitet mit Tech-Größen wie Amazon, Google, Huawei, Qualcomm und ThunderSoft zusammen. Ziel: intelligente Energiemanagementsysteme (KI-EMS) in die Breite zu bringen. Das Unternehmen betreut bereits Solar-Assets mit über 180 Megawatt Leistung – und hat eine Projektpipeline von mehr als 2 Gigawatt.
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Der Blick nach Großbritannien
Neben Deutschland und Italien rücken künftig auch Regionen in Großbritannien in den Fokus, darunter South West und East of England. Der Trend ist klar: Unternehmen versuchen, den steigenden Energiekosten mit KI und präziser digitaler Steuerung ihrer Energieflüsse zu begegnen.
Ob das reicht, um die Abwanderung zu stoppen? Die aktuellen Zahlen sprechen eine andere Sprache.
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