KlimaschÀden, Immobilien

KlimaschÀden verdoppeln sich: Immobilien verlieren bis zu 25% Wert

20.06.2026 - 19:27:18 | boerse-global.de

Extremwetter und Altlasten wie PFAS erhöhen die finanziellen Risiken fĂŒr Immobilienbesitzer. VersicherungsprĂ€mien steigen, Sanierungen werden teurer.

Immobilienbesitzer: Klimawandel treibt Versicherungs- und Sanierungskosten
KlimaschĂ€den - Eine ĂŒberschwemmte Straße in einer europĂ€ischen Stadt, das Wasser erreicht Autoreifen und Erdgeschosse von GebĂ€uden unter bewölktem Himmel. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die SchÀden steigen rasant, Versicherungen werden teurer.

Hochwasser in Minuten – die neue RealitĂ€t

Am rheinland-pfÀlzischen Dörsbach stieg der Pegel innerhalb weniger Stunden von 27 Zentimetern auf fast zwei Meter. Solche Extremereignisse hÀufen sich: Seit 2010 nahm die SchadenshÀufigkeit durch Wetterextreme um 47 Prozent zu. Die durchschnittliche Schadenssumme pro Ereignis stieg bis 2022 um 83 Prozent.

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Prognosen zufolge könnten versicherte SchĂ€den bis 2040 um weitere 150 bis 200 Prozent anwachsen. FĂŒr Immobilienbesitzer wird das zum Problem – denn Standardversicherungen decken oft nur akute Ereignisse wie Sturm oder Hagel. Schleichende SchĂ€den wie Bodensenkungen sind meist ausgeschlossen.

PFAS und Altlasten – die unsichtbare Gefahr

Neben akuten WetterschĂ€den rĂŒcken Umweltbelastungen wie PFAS-Kontaminationen in den Fokus. In den USA fĂŒhrten Vergleiche bereits zu Summen von ĂŒber zehn Milliarden US-Dollar. In Belgien wurden SchĂ€den in Höhe von 571 Millionen Euro verzeichnet.

FĂŒr EigentĂŒmer bedeuten solche Altlasten ein erhebliches bilanzielles Risiko. Die Kosten fĂŒr Sanierung und Reinigung können schnell in die Millionen gehen – und bleiben oft an den Besitzern hĂ€ngen.

Energetische Sanierung als Wertvernichter?

Die EU-Taxonomie setzt Immobilienbesitzer zusĂ€tzlich unter Druck. Eine Analyse der Deutschen Bank aus dem FrĂŒhjahr 2023 zeigt: Energieintensive Immobilien könnten bis zu 25 Prozent an Wert verlieren. EigentĂŒmer mĂŒssen hohe Investitionen stemmen, um ihre Objekte marktfĂ€hig zu halten.

In der Schweiz zeigt sich die Entwicklung bereits bei den VersicherungsprÀmien. In Hochrisikogebieten stiegen sie um bis zu 300 Prozent. Bis 2025 wird in rund 15 Prozent der Schweizer Gemeinden ein PrÀmienanstieg von mehr als 50 Prozent erwartet.

Das Schweizer Modell der kantonalen GebĂ€udeversicherungen deckte 2022 SchĂ€den von 1,2 Milliarden Franken. Es steht im Kontrast zum deutschen System der privaten Elementarschadenversicherung – ein Unterschied, der fĂŒr EigentĂŒmer immer relevanter wird.

Großprojekte unter Wasser

Die wirtschaftlichen Folgen werden auch an prominenten Bauprojekten sichtbar. Der Museumsneubau Berlin Modern verzeichnete nach Starkregen 2025 massive FeuchteschĂ€den und mikrobiellen Befall in den Untergeschossen. Die Kosten stiegen von ursprĂŒnglich 364 auf 507 Millionen Euro. Die geplante Eröffnung verschiebt sich von 2026 auf Mitte 2030.

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Kommunen investieren in Schutz – doch es geht langsam

Viele StĂ€dte und Gemeinden rĂŒsten auf: In Straßberg im Unterharz begann nach 32 Jahren Planungszeit der Bau eines RĂŒckhaltebeckens fĂŒr rund 40 Millionen Euro. In der oberösterreichischen Gemeinde Helpfau-Uttendorf werden 15 Millionen Euro bereitgestellt, um 367 GebĂ€ude vor einem 100-jĂ€hrlichen Hochwasser zu schĂŒtzen.

Doch viele Projekte bleiben in der Planungsphase stecken. In Herrsching am Ammersee sind Ufersanierungen noch in PrĂŒfung. Am Wasserfall Felsegg in der Schweiz blockieren ökologische Bedenken bauliche Sicherheitsmaßnahmen. Die Verzögerungen erhöhen das finanzielle Risiko fĂŒr betroffene Regionen und Immobilienstandorte weiter.

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