Estland: Justizminister rÀumt Zweifel im Land an Ukraine-Hilfen ein
23.01.2024 - 13:05:51Es gebe hierzu "zwei verschiedene Meinungen", rĂ€umte Laanet am Dienstag nach einem GesprĂ€ch mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) in der Hauptstadt Tallinn ein. Er sagte: "Ein Teil unserer Bevölkerung denkt, dass wir zu viel Hilfe leisten, aber natĂŒrlich gibt es auch einen anderen Teil, der sagt, dass es keinen anderen Weg gibt, um die estnische SouverĂ€nitĂ€t zu bewahren."
Der Minister sagte, fĂŒr ihn persönlich sei klar: "Sie kĂ€mpfen auch fĂŒr uns in der Ukraine." Laanet lobte gegenĂŒber seinem Gast aus Berlin die anhaltende UnterstĂŒtzung Deutschlands fĂŒr die Ukraine. Auf Nachfrage erklĂ€rte Laanet, diejenigen seiner Landleute, die der Meinung seien, Estland leiste zu viel Hilfe, stellten dabei vor allem wirtschaftliche Fragen in den Vordergrund. Dabei gehe es unter anderem um staatliche Ausgaben im lĂ€ndlichen Raum.
Das an Russland grenzende Estland zĂ€hlt zu den entschlossensten UnterstĂŒtzern der Ukraine. Das baltische EU- und Nato-Land mit rund 1,2 Millionen Einwohnern hat nach eigenen Angaben seit dem russischen Angriff bislang MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine im Wert von gut 500 Millionen Euro geleistet - oder umgerechnet 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dazu kommt weitere finanzielle und humanitĂ€re UnterstĂŒtzung.
Russlands Krieg in der Ukraine wird in Estland als direkte Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit gesehen. Der kleine Ostseestaat im Nordosten Europas hat daher seine MilitĂ€rausgaben erhöht und rĂŒstet seine Armee auf. 2024 liegt der Verteidigungsetat bei 3,2 Prozent des BIP. Bis 2027 will die Regierung in Tallinn weitere MilitĂ€rhilfe von jĂ€hrlich 0,25 Prozent des BIP an die Ukraine leisten.

