KonnexitĂ€tsprinzip ab September: Bund ĂŒbernimmt 80% der LĂ€nderkosten
27.06.2026 - 04:52:58 | boerse-global.de
Zu diesem Ergebnis kommt ein Rechtsgutachten des ehemaligen Verfassungsrichters Udo di Fabio, das am Freitag vorgelegt wurde. Die Expertise stellt ein zentrales Vorhaben der Bundesregierung zur Regulierung des digitalen Medienmarktes infrage.
Grundrechte und Kompetenzen
Der Rechtswissenschaftler hat erhebliche Zweifel an der Gesetzgebungskompetenz des Bundes. Das Gutachten fĂŒhrt aus: Die geplante Investitionsverpflichtung fĂŒr Streamingplattformen verstöĂt gegen Grundrechte der betroffenen Unternehmen.
Das MedienInvestVG sieht vor, dass Streamingdienste einen Teil ihrer Einnahmen in lokale Produktionen stecken mĂŒssen. Laut di Fabio ĂŒberschreitet der Bund damit seine Befugnisse. Die Verpflichtung zur Finanzierung spezifischer Inhalte sei ein unverhĂ€ltnismĂ€Ăiger Eingriff in die unternehmerische Freiheit.
Mehrere Gesetze unter Verfassungsverdacht
Die Kritik am Medieninvestitionsgesetz reiht sich in eine Serie rechtlicher Auseinandersetzungen ein. Parallel dazu wird das GebĂ€udemodernisierungsgesetz (GModG) geprĂŒft. Ein Gutachten der Kanzlei Freshfields sieht dort einen VerstoĂ gegen die intertemporale Freiheitssicherung und Artikel 20a des Grundgesetzes.
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WĂ€hrend die Unionsfraktion in einem Gegengutachten keine verfassungsrechtliche Gefahr erkennt, haben Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe und die Linksfraktion bereits rechtliche Schritte angekĂŒndigt. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.
Ebenfalls am Freitag verabschiedete der Bundestag das Infrastruktur-Zukunftsgesetz (IZG). Auch hier gibt es verfassungsrechtliche Bedenken. Kritiker bemĂ€ngeln die Einstufung groĂer Verkehrsprojekte als âĂŒberragendes öffentliches Interesseâ. UmweltverbĂ€nde wie der NABU sehen darin eine unzulĂ€ssige SchwĂ€chung von UmweltprĂŒfungen und Beteiligungsrechten.
Einigung bei Bund-LĂ€nder-Finanzen
WĂ€hrend die inhaltliche Gestaltung vieler Bundesgesetze rechtlich umstritten bleibt, einigten sich Bund und LĂ€nder am Donnerstag auf eine Neuregelung ihrer Finanzbeziehungen. Ab dem 1. September greift das KonnexitĂ€tsprinzip verstĂ€rkt: Belasten neue Bundesgesetze die LĂ€nder und Kommunen mit jĂ€hrlich mehr als 200 Millionen Euro, ĂŒbernimmt der Bund 80 Prozent dieser Kosten.
WĂ€hrend der Bund 80% der LĂ€nderkosten ĂŒbernimmt, drohen verfassungsrechtliche Risiken bei neuen Gesetzen wie dem MedienInvestVG. Wer jetzt seine Kostenstruktur nicht anpasst, riskiert finanzielle EngpĂ€sse. Dieser Report liefert die Schritt-fĂŒr-Schritt-Kostenermittlung und 5 Absicherungsstrategien. KonnexitĂ€tsprinzip-Report jetzt sichern
Die Einigung soll die finanzielle Planungssicherheit erhöhen. Sie gilt ausdrĂŒcklich nicht fĂŒr Steuergesetze oder die Umsetzung von EU-Vorgaben. Zusammen mit dem ebenfalls beschlossenen Pakt fĂŒr den Rechtsstaat â der Mittel fĂŒr 2.000 zusĂ€tzliche Justizstellen und Digitalisierung vorsieht â versucht die Politik, die föderale Zusammenarbeit zu stabilisieren.
Die verfassungsrechtliche Debatte ĂŒber Einzelgesetze wie das MedienInvestVG dĂŒrfte die Justiz noch lange beschĂ€ftigen.
