Korallenriffe, Weltweiter

Korallenriffe: Weltweiter Bestand auf Tiefstand, 87% betroffen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 06:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der GCRMN-Bericht zeigt sinkende Hartkorallen-Bedeckung und kürzere Erholungszeiten. 2024 waren 87 Prozent der Riffe betroffen.

GCRMN-Bericht: Weltweite Korallenriffe verlieren weiter an Fläche
Ein durch den Klimawandel gebleichtes Korallenriff mit zunehmendem Algenbewuchs unter Wasser. Illustration mit AI erstellt.

Das Global Coral Reef Monitoring Network (GCRMN) hat einen neuen umfassenden Statusbericht zur Lage der weltweiten Korallenbestände vorgelegt. Im Rahmen einer Präsentation in Palau wurde die Studie mit dem Titel „Zustand der Korallenriffe der Welt: 2025“ veröffentlicht.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine besorgniserregende Entwicklung für die marinen Ökosysteme: Die weltweite Bedeckung mit Hartkorallen liegt mittlerweile 9,5 % unter dem Durchschnittswert der Jahre 1980 bis 2009.

Die Untersuchung stützt sich auf eine breite Datenbasis von insgesamt 21 Millionen Beobachtungen an 36.800 Standorten in 124 Ländern. Damit gilt der Bericht als eine der detailliertesten Bestandsaufnahmen der letzten Jahre.

Beschleunigter Verlust der Hartkorallen-Bedeckung

Besonders die jüngste Entwicklung zeigt eine negative Dynamik. Den Daten zufolge sank die weltweite Hartkorallen-Bedeckung allein im Zeitraum zwischen 2020 und 2024 von 30,2 % auf 27,3 %. Parallel dazu beobachten die Experten eine Veränderung der biologischen Struktur in den Riffsystemen. So ist die Bedeckung mit Makroalgen weltweit um 44 % gestiegen, was oft als Anzeichen für ein ökologisches Ungleichgewicht gewertet wird.

Besonders betroffen ist Australien, das rund 17 % der weltweiten Korallenriffe beheimatet. In den dortigen Gewässern verzeichnete der Bericht einen Rückgang der Hartkorallen-Bedeckung um 10,9 %. Der Wert sank dort von vormals 30,2 % auf nun 26,8 %.

Verkürzte Erholungsphasen setzen Ökosysteme unter Druck

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Ein zentraler Aspekt des Berichts ist die Analyse sogenannter Bleiche-Ereignisse, die durch steigende Wassertemperaturen ausgelöst werden. Die Verluste je Ereignis variierten in der Vergangenheit: Während die Bleiche 1998/99 zu einem Rückgang von 6,5 % führte, lag dieser Wert 2010/11 bei 9,9 % und 2016/17 bei 6,6 %. Das jüngste Ereignis in den Jahren 2023/24 verursachte einen Verlust von 8,9 %.

Kritisch bewerten die Autoren vor allem die Frequenz dieser Vorfälle. Die Erholungsphasen, die den Korallen zwischen den Bleiche-Ereignissen bleiben, haben sich deutlich verkürzt. Betrugen diese Intervalle früher etwa zehn Jahre, liegen sie aktuell nur noch bei fünf bis sechs Jahren. Diese Zeitspanne reiche oft nicht aus, damit sich die komplexen Kalkstrukturen vollständig regenerieren können.

Rekordwerte bei der Betroffenheit im Jahr 2024

Das Jahr 2024 markierte laut dem Bericht einen neuen Negativrekord. Es war das Jahr mit dem größten Einjahresrückgang, wobei insgesamt 87 % aller untersuchten Riffe weltweit von den Auswirkungen betroffen waren.

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Die Hauptautoren Manuel González Rivero vom Australian Institute of Marine Science (AIMS) und Tracy Ainsworth von der University of New South Wales (UNSW) machen in der Auswertung deutlich, dass der Druck auf die Riffe durch klimatische Faktoren massiv zugenommen hat.

Zusätzliche Belastung wird durch das Klimaphänomen El Niño erwartet, das auch künftig für überdurchschnittlich warmes Meerwasser sorgen dürfte. Die Ergebnisse des Berichts unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Schutzmaßnahmen, um die Resilienz der verbliebenen Korallenriffe gegenüber der Erwärmung der Ozeane zu stärken.

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