Kraftwerks-Subventionen, Mrd

Kraftwerks-Subventionen: EU genehmigt 30 Mrd. Euro fĂŒr deutsche Versorgungssicherheit

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission erlaubt staatliche Kraftwerksförderung in Deutschland. Geplant sind 9 GW Leistung, wÀhrend Experten vor Kosten und Klimafolgen warnen.

EU genehmigt Förderung neuer deutscher Kraftwerke
Hochspannungsleitungen und Strommasten in einer weitlĂ€ufigen, grĂŒnen Industrielandschaft bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die EuropĂ€ische Kommission hat den Weg fĂŒr staatlich geförderte Investitionen in die deutsche Kraftwerksinfrastruktur freigemacht. Wie aus Berichten von Anfang September hervorgeht, erteilte die BrĂŒsseler Behörde die erforderliche beihilferechtliche Genehmigung fĂŒr Ausschreibungen neuer, flexibel steuerbarer Kraftwerke.

Die Maßnahme basiert auf dem Stromversorgungssicherheitsgesetz (StromVKG) und zielt darauf ab, die StabilitĂ€t des Stromnetzes in Phasen geringer Erzeugung aus erneuerbaren Energien zu gewĂ€hrleisten.

Durch die Genehmigung erhĂ€lt die Bundesregierung den notwendigen Spielraum, um finanzielle Anreize fĂŒr den Bau moderner Anlagen zu setzen. Diese Kraftwerke sollen kĂŒnftig als Absicherung dienen, wenn Wind- und Solarenergie nicht in ausreichendem Maße zur VerfĂŒgung stehen. Die Entscheidung aus BrĂŒssel gilt als wesentliche Voraussetzung, um die Versorgungssicherheit im Zuge der Energiewende und des geplanten Kohleausstiegs aufrechtzuerhalten.

Energiewirtschaft drĂ€ngt auf zĂŒgige Umsetzung

In der Branche wurde die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bezeichnete die Entscheidung der EU-Kommission als ein entscheidendes Signal fĂŒr den Kraftwerksstandort Deutschland. Ohne die beihilferechtliche Absicherung hĂ€tten Investoren kaum Planungssicherheit fĂŒr den Bau neuer Anlagen gehabt.

Vertreter des Verbandes betonten, dass nun keine Zeit verloren werden dĂŒrfe. Die Bundesnetzagentur wurde dazu aufgerufen, die entsprechenden Ausschreibungsverfahren umgehend einzuleiten. Eine zĂŒgige Erteilung der ZuschlĂ€ge sei notwendig, damit die Bauprojekte zeitnah realisiert werden können und die Kraftwerke rechtzeitig vor dem Wegfall Ă€lterer KapazitĂ€ten betriebsbereit sind.

Kritik an Kosten und ökologischen Auswirkungen

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Trotz der grundsĂ€tzlichen Zustimmung zur Sicherung der NetzstabilitĂ€t gibt es kritische Stimmen hinsichtlich der finanziellen und ökologischen Bilanz der Vorhaben. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) legte in einer aktuellen Untersuchung detaillierte Berechnungen vor.

Demnach belaufen sich die geplanten Subventionen fĂŒr den Bau der Kraftwerke auf rund 30 Mrd. Euro. Die Studie des Instituts setzt diese Summe in Bezug zu potenziellen KlimaschĂ€den, die bis zum Jahr 2045 auf bis zu 127 Mrd. Euro beziffert werden.

Das FÖS gab zu bedenken, dass die geplanten KapazitĂ€ten, die eine Leistung von insgesamt 9 GW erreichen sollen, die deutsche CO2-Bilanz belasten könnten. Insbesondere Methanemissionen spielen dabei laut den Experten eine Rolle. Das Forum plĂ€diert daher fĂŒr technologieoffene Ausschreibungen, um auch alternative Lösungen zur Sicherung der Versorgungssicherheit in Betracht zu ziehen, die möglicherweise geringere ökologische FolgeschĂ€den verursachen.

Erstes Bieterinteresse in der Lausitz

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WĂ€hrend die Branche auf zĂŒgige ZuschlĂ€ge drĂ€ngt, wachsen die Kosten- und Klimarisiken: Bis zu 127 Mrd. Euro mögliche KlimaschĂ€den stehen den Subventionen gegenĂŒber. Unser Report hilft Ihnen, diese Risiken einzuordnen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Risikoanalyse jetzt kostenlos sichern

Konkretes Interesse an den neuen Projekten signalisieren bereits große Energieunternehmen. Der Kraftwerksbetreiber Leag plant den Bau wasserstofffĂ€higer Gaskraftwerke in der Lausitz. Entsprechende Bewerbungen fĂŒr die Teilnahme an den nun genehmigten Ausschreibungen wurden bereits vorbereitet. Da die Bewerbungsfristen fĂŒr die ersten Tranchen zeitnah ablaufen, wird zeitnah mit einem offiziellen Entscheidungstermin ĂŒber die ZuschlĂ€ge gerechnet.

Die Genehmigung der EU-Kommission markiert den Beginn einer mehrstufigen Transformation des deutschen Strommarktes. WĂ€hrend kurzfristig die Ausschreibungen nach dem StromVKG im Fokus stehen, plant Deutschland fĂŒr das Jahr 2032 die EinfĂŒhrung eines umfassenden KapazitĂ€tsmarktes. Dieser soll die Vorhaltung von Kraftwerksleistungen dauerhaft systemisch regeln und vergĂŒten.

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