Krypto-Besteuerung, Petition

Krypto-Besteuerung: Petition gegen Haltefrist-Abschaffung überschreitet 30.000

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Über 30.000 Unterschriften gegen die geplante Abschaffung der Haltefrist bei Krypto-Gewinnen. Der Petitionsausschuss befasst sich nun öffentlich mit dem Anliegen.

Krypto-Petition gegen Steuerpläne erreicht Quorum: Ausschuss muss beraten
Ein Tablet mit einem Bitcoin-Symbol vor dem unscharfen Gebäude des Deutschen Bundestages als Symbol für die Krypto-Steuerdebatte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Online-Petition gegen die geplanten Verschärfungen bei der Krypto-Besteuerung hat das Quorum erreicht. Der Petitionsausschuss muss sich nun öffentlich mit dem Anliegen befassen.

30.000 Unterschriften in Rekordzeit

Die vom Bitcoin Bundesverband initiierte Petition richtet sich gegen die vom Bundesfinanzministerium und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) angestrebte Abschaffung der einjährigen Haltefrist. Nach der Freischaltung am 4. August verzeichnete die Petition bereits am ersten Tag rund 21.000 Mitzeichnungen. Einen Tag später überschritt die Unterstützerzahl die Marke von 30.000 – deutlich vor dem Ende der Frist am 15. September.

Damit ist der Petitionsausschuss verpflichtet, das Anliegen öffentlich zu beraten. Konkret fordern die Petenten die Beibehaltung der Regelung nach § 23 Einkommensteuergesetz (EStG): Gewinne aus privaten Krypto-Veräußerungen bleiben nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten steuerfrei, sofern die Freigrenze von 1.000 Euro überschritten wird.

Abgeltungsteuer statt Haltefrist

Hintergrund der Proteste sind Pläne der Bundesregierung, Krypto-Gewinne künftig unabhängig von der Haltedauer pauschal zu besteuern. Kryptowährungen sollen steuerlich wie Kapitaleinkünfte behandelt werden – das bedeutet eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, insgesamt 26,375 Prozent.

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Klingbeil verspricht sich von der Systemumstellung Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Bisher unterliegen Krypto-Gewinne bei einem Verkauf innerhalb der Haltefrist dem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent. Die Neuregelung würde kurzfristige Spekulanten also entlasten, beendet jedoch die Steuerfreiheit für langfristige Anleger.

Kritik: Nachteil für Sparer und Innovationsstandort

Branchenvertreter und Anleger warnen vor den Folgen. Die Streichung der Haltefrist benachteilige insbesondere langfristige Sparer, heißt es in der Petitionsbegründung. Zudem könnte der Innovationsstandort Deutschland bei digitalen Assets geschwächt werden. Kritiker verweisen auf die steuerliche Behandlung von physischem Gold, das nach über einem Jahr Haltedauer ebenfalls steuerfrei verkauft werden kann.

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Die Betroffenheit ist breit: Marktuntersuchungen zufolge besitzen knapp 8,9 Millionen Menschen in Deutschland Kryptowährungen – etwa 12,8 Prozent der Erwachsenen. In Umfragen gaben rund 70 Prozent der Krypto-Investoren an, dass die Attraktivität des Standorts durch die Steuerpläne sinken würde.

Der Petitionsausschuss muss nun einen Termin für die öffentliche Anhörung festlegen. Dort erhalten die Petenten Gelegenheit, ihre Argumente direkt vor den Abgeordneten darzulegen.

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