Krypto-Steuer, Klingbeil

Krypto-Steuer: Klingbeil plant Abgeltungsteuer statt Haltefrist

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesfinanzministerium will Krypto-Erträge künftig pauschal mit 25 Prozent besteuern. Anleger und Verbände laufen Sturm gegen die geplante Reform.

Klingbeil plant Abgeltungsteuer für Krypto-Gewinne: Ende der Haltefrist
Digitales Arbeitsumfeld mit Kryptowährungs-Marktdaten auf einem Laptop-Bildschirm. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) hat eine Debatte über den künftigen steuerlichen Rahmen für Kryptowerte angestoßen. Im Zentrum der Pläne steht die Aufhebung der bisherigen Steuerfreiheit für private Veräußerungsgewinne nach einer einjährigen Haltefrist. Stattdessen sollen Erträge aus Kryptowährungen künftig unabhängig von der Haltedauer pauschal besteuert werden.

Neuregelung der Besteuerung von Kryptowerten

Nach den Plänen des Finanzministeriums sollen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowerten künftig analog zu Aktien der Abgeltungsteuer unterliegen. Dies würde einen Steuersatz von 25 Prozent bedeuten, der sich unter Einbeziehung des Solidaritätszuschlags auf insgesamt 26,375 Prozent summiert. Bisher gilt für private Anleger eine Haltefrist von zwölf Monaten: Werden Kryptowerte länger als ein Jahr gehalten, sind die daraus erzielten Gewinne steuerfrei. Bei einer Veräußerung innerhalb dieses Zeitraums greift bislang der persönliche Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent, sofern die Freigrenze von 1.000 Euro überschritten wird.

Bisher ist die geplante Reform noch nicht im Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes 2026 enthalten. Damit bleibt auch ungewiss, ob und in welcher Form ein Bestandsschutz für bereits erworbene Kryptowerte vorgesehen ist.

Breite Ablehnung unter Anlegern und Interessenverbänden

Gegen die angekündigten Pläne formiert sich bereits organisierter Widerstand. Der Bitcoin Bundesverband hat dazu eine Petition mit dem Titel „Erhalt der steuerlichen Haltefrist für private Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowerten“ gestartet, die seit dem 4. August 2026 öffentlich zugänglich ist. Das Ziel der Initiative ist es, bis zum 15. September 2026 insgesamt 30.000 Mitzeichnungen zu erreichen.

Die steuerlichen Pläne treffen auf eine wachsende Anlegerbasis in Deutschland. Laut Daten von YouGov und BearingPoint besitzen rund 12,8 Prozent der deutschen Erwachsenen, was etwa 8,9 Millionen Personen entspricht, Kryptowerte. Gleichzeitig verdeutlichen Umfragen eine skeptische Grundhaltung in der breiten Bevölkerung: Während 67,4 Prozent eine Investition in Kryptowährungen ablehnen, stufen 32,7 Prozent diese Anlageklasse als hochspekulativ ein.

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Unter den aktiven Investoren ist die Ablehnung der Steuerreform besonders ausgeprägt. Etwa 70 Prozent der Krypto-Anleger sprechen sich gegen die Abschaffung der Haltefrist aus und sehen darin einen deutlichen Attraktivitätsverlust für den Investitionsstandort. In der Gesamtbevölkerung lehnen rund 40 Prozent die Pläne ab. Der Bitcoin-Kurs lag Anfang August 2026 mit rund 64.126 US-Dollar etwa 50 Prozent unter seinem Rekordhoch und bewegte sich in den vorangegangenen Monaten stabil in einer Spanne zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar.

Unsicherheit über US-Regulierung belastet globales Umfeld

Flankiert wird die nationale Debatte von regulatorischen Unsicherheiten in den USA. Die Verabschiedung des sogenannten Clarity Act im US-Senat gilt als zunehmend unwahrscheinlich. Marktbeobachter von Galaxy Research und Bernstein bezifferten die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg im Jahr 2026 zuletzt auf 30 Prozent, während Prognoseplattformen wie Polymarket die Chancen teils nur noch bei 13 bis 28 Prozent sehen.

Ein zentrales Hindernis im US-Senat ist die bevorstehende Sitzungspause vom 10. August bis zum 11. September 2026. Da bis zum 5. August 2026 kein notwendiger Antrag zur Beendigung der Debatte eingereicht wurde, gilt eine Abstimmung vor der Pause als unwahrscheinlich. Zudem belasten ethische Streitigkeiten den Prozess. US-Senatoren wie Elizabeth Warren fordern Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Kursverfall des „$TRUMP“-Memecoins, der Verluste in Milliardenhöhe für Investoren nach sich zog.

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Während große Wall-Street-Häuser wie BlackRock, Fidelity und Goldman Sachs den Clarity Act unterstützen, drängen Institutionen wie JPMorgan auf strengere Regeln für Stablecoins. Sollte das Gesetzesvorhaben scheitern, könnten Regulierungsbehörden im Rahmen alternativer Projekte versuchen, die Regeln für den Sektor zu beschleunigen. Eine Einigung zwischen den US-Senatoren Tillis und Gallego über einen Ethik-Kompromiss liegt derzeit dem Weißen Haus vor, ist jedoch noch unbeantwortet.

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