Bio-Lebensmittel sind so gefragt wie nie
11.11.2025 - 13:44:50Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland kaufen einer SchĂ€tzung zufolge mehr Bio-Lebensmittel als je zuvor. Die UmsĂ€tze steigen in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 10 Prozent auf rund 18,7 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie der Dualen Hochschule Baden-WĂŒrttemberg in Heilbronn hervor. Damit wĂŒrde der Rekord vom Vorjahr ĂŒbertroffen.Â
«Mit der abnehmenden Inflation kaufen die Menschen weniger preisbewusst ein und greifen hĂ€ufiger zu Bio-Produkten», sagte Studienautor Stephan RĂŒschen. Ein gestiegenes Bewusstsein fĂŒr Nachhaltigkeit lasse sich jedoch nicht nachweisen.Â
Die meisten Bio-Produkte werden im Lebensmitteleinzelhandel verkauft, bei den Marktanteilen liegen die Discounter knapp vor den SupermĂ€rkten. Die Handelsketten haben ihr Sortiment in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut. Eine groĂe Relevanz haben auch die Drogerien. Sie verzeichneten bei ihren Bio-UmsĂ€tzen seit 2021 prozentual die stĂ€rkste Zunahme. Lediglich etwa jeder zehnte Euro wird in BiolĂ€den ausgegeben.Â
AgrarflÀche wÀchst nur langsam
Der Anteil von Bio-Produkten am gesamten Lebensmittelumsatz betrĂ€gt laut Studie zum Jahresende aller Voraussicht nach knapp sieben Prozent. Der Sektor wĂ€chst jedoch deutlich stĂ€rker als der Lebensmittelmarkt insgesamt. Verbraucher greifen auch bei Bio inzwischen immer hĂ€ufiger zu Eigenmarken. Ihr Marktanteil lag im ersten Halbjahr bei knapp 47 Prozent. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft konnten Mehl, Ăl und Milchprodukte aus ökologischem Anbau in diesem Jahr am stĂ€rksten zulegen.
«Die Menschen kaufen die Produkte, weil sie wissen, dass Bio sicher und umweltfreundlich ist», sagte die Vorsitzende des Bunds Ăkologische Lebensmittelwirtschaft (BĂLW), Tina Andres. Deshalb setzten die HĂ€ndler immer mehr auf Bio.Â
Der Bio-Markt hat ĂŒber viele Jahre an Bedeutung gewonnen. Nach einem kurzen UmsatzrĂŒckgang 2022 setzte sich der Trend fort. Die AnbauflĂ€che wuchs zuletzt nur langsam. Experten zufolge kann die heimische Produktion mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten. Gut 11 Prozent der AgrarflĂ€che hierzulande wurde im vergangenen Jahr ökologisch bewirtschaftet. Das Ziel der Bundesregierung liegt bei 30?Prozent bis 2030.


