Verdi droht mit Streiks in SupermÀrkten
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 14:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deHintergrund ist die seit April laufende Tarifrunde, in der es trotz zahlreicher Verhandlungstreffen noch kein Ergebnis gibt. Wenn sich die Arbeitgeber in den nĂ€chsten Wochen nicht bewegen, werde man die StreikmaĂnahmen intensivieren, sagte Verdi-VorstĂ€ndin Silke Zimmer der Zeitung. MehrtĂ€gige Arbeitsniederlegungen seien dann denkbar. Dabei nehme man gezielt diejenigen Unternehmen ins Visier, die die Verhandlungen blockieren.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Geld fĂŒr die BeschĂ€ftigten, sie sollen mindestens 14,90 Euro pro Stunde verdienen. Vom Tarifvertrag direkt betroffen ist nach Angaben der Gewerkschaft etwa ein Viertel der mehr als drei Millionen VerkĂ€ufer im Einzelhandel. Verdi begrĂŒndet die Forderung unter anderem mit den Preissteigerungen der vergangenen Jahre und dem Beginn des Kriegs zwischen den USA und Iran, in dessen Folge sich Benzin und Diesel stark verteuerten. Die Inflation werde in diesem Jahr auf etwa drei Prozent steigen, prognostizieren Ăkonomen, im Juli kletterte sie im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits auf 2,8 Prozent.
Die Arbeitgeber haben der Gewerkschaft nach Informationen der SZ zuletzt 4,4 Prozent Lohnsteigerungen angeboten. Es gebe kaum Spielraum, sagte der TarifgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Handelsverbands HDE, Steven Haarke, vor Verhandlungsbeginn. Diese Verdi-Forderungen gingen in der aktuellen Situation an der RealitĂ€t von vielen Einzelhandelsunternehmen vorbei.
Ein besonderer Streitpunkt in den Tarifverhandlungen kreist um die Lage jĂŒngerer VerkĂ€ufer. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sei so niedrig, dass ihre GehĂ€lter in einigen Regionen faktisch vom Mindestlohn eingeholt wĂŒrden, den die Bundesregierung zum 1. Januar 2027 von derzeit 13,90 auf 14,60 Euro pro Stunde erhöhen will. Das sei ein Skandal, sagte Zimmer, schlieĂlich hĂ€tten die meisten BeschĂ€ftigten im Einzelhandel eine abgeschlossene Berufsausbildung. Sie verdienten mehr WertschĂ€tzung als den Mindestlohn. Der HDE wiederum argumentiert, die TarifbeschĂ€ftigten bekĂ€men "nahezu flĂ€chendeckend" Urlaubs- und Weihnachtsgeld; dies eingerechnet, liege das Einstiegsgehalt schon heute deutlich ĂŒber dem vom kommenden Jahr an gĂŒltigen Mindestlohn von 14,60 Euro pro Stunde.
