Weniger Superreiche: Finanzvermögen weltweit gesunken
27.06.2023 - 06:27:18Das Finanzvermögen der Menschen rund um den Globus ist einer Studie zufolge erstmals seit der Finanzkrise 2008 wieder gesunken.
Insbesondere KurseinbrĂŒche an den Börsen infolge des Ukraine-Krieges sorgten im vergangenen Jahr fĂŒr einen RĂŒckgang des Vermögens aus Aktien, Investmentfonds, Kontoguthaben und Co. um 3,5 Prozent auf 255 Billionen Dollar (etwa 232 Billionen Euro), wie aus einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. «Vor allem die westliche Welt hat 2022 einen starken Einbruch bei den Finanzvermögen erlebt», erlĂ€uterte BCG-Partner Michael Kahlich.
Club der Superreichen geschrumpft
Wohlhabende waren demnach besonders von sinkenden Kursen an den KapitalmĂ€rkten betroffen. Der Club der Superreichen mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar schrumpfte im vergangenen Jahr um etwa 4000 auf weltweit knapp 62.000 Mitglieder. In Deutschland verloren mehr als 100 ihren Status als Ultrareiche. Die verbliebenen 2900 Superreichen besitzen allerdings 21 Prozent des gesamten Finanzvermögens im Land. Insgesamt gibt es hierzulande mehr als 500.000 Menschen, die ĂŒber eine Million Dollar Finanzvermögen verfĂŒgen.
Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle oder Schmuck gewannen der Studie zufolge im vergangenen Jahr dagegen weiter an Wert (plus 5,5 Prozent). Das Gesamtnettovermögen weltweit abzĂŒglich Schulden stieg daher leicht um 0,3 Prozent auf 459 Billionen Dollar. In Deutschland verzeichnete die Studie hingegen einen RĂŒckgang um 1,1 Prozent auf 19,2 Billionen Dollar. Mehr als 40 Prozent des Finanzvermögens hierzulande liegt demnach auf Sparkonten oder wird als Bargeld gehortet. Das sind knapp zehn Prozentpunkte mehr als im weltweiten Schnitt.
Deutschland bleibt auf Platz vier
Auf der Liste der Nettovermögen rangiert Deutschland trotz des RĂŒckgangs den Angaben zufolge unverĂ€ndert auf Platz vier, hinter den USA (144 Billionen), China (76 Billionen) und Japan (24 Billionen). Bis 2027 dĂŒrfte das weltweite Nettovermögen nach EinschĂ€tzung der Unternehmensberatung jĂ€hrlich um 5 Prozent auf dann fast 600 Billionen Dollar steigen.
Zuletzt veröffentlichte Studien bestĂ€tigen die Trend des vergangenen Jahres, auch wenn die Zahlen wegen Unterschieden in der Methodik nicht identisch sind. Nach Daten des Beratungsunternehmens Capgemini bekamen viele Reiche 2022 den Einbruch der AktienmĂ€rkte zu spĂŒren. Weltweit sank die Zahl der Menschen, die ĂŒber ein anlagefĂ€higes Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar verfĂŒgen.
Bezogen auf Deutschland kam die Bundesbank zu dem Ergebnis, dass die Menschen hierzulande infolge von KursstĂŒrzen an den Börsen im vergangenen Jahr in der Summe Milliarden verloren haben. Das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie AnsprĂŒchen gegenĂŒber Versicherungen lag der Notenbank zufolge zum Jahresende mit rund 7254 Milliarden Euro deutlich unter dem Rekordwert von 7624 Milliarden Euro von Ende 2021.


