Unternehmensnachfolge, Interesse

Unternehmensnachfolge: Interesse so gering wie noch nie

06.12.2023 - 09:27:53 | dts-nachrichtenagentur.de

Kurz vor dem Ruhestand stehenden Unternehmern fĂ€llt es immer schwerer, eine geeignete Nachfolgelösung fĂŒr ihren Betrieb zu finden.

BĂŒros (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das geht aus dem neuen Report Unternehmensnachfolge der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, ĂŒber den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. FĂŒr die Erhebung wurden rund 24.000 Kontakte der deutschen Kammern aus dem vergangenen Jahr ausgewertet.

Demnach kamen auf 6.792 Senior-Chefs auf Nachfolgesuche nur noch 2.017 Interessenten. Das sei ein historisches Tief seit Beginn der Statistik im Jahr 2007, so die DIHK. Vor allem in den östlichen BundeslĂ€ndern (mit Berlin) ist die Suche herausfordernd: Dort kommen auf einen Interessenten fast vier Firmen, die auf Nachfolgesuche sind. Im Westen liegt das VerhĂ€ltnis bei 3,2 zu 1, in Gesamtdeutschland bei 3,37 zu 1. Weil niemand ĂŒbernehmen will, denkt dem Report zufolge gut ein Viertel der Senior-Chefs darĂŒber nach, einfach zu schließen. Hochgerechnet auf sĂ€mtliche Inhaber ab 60 Jahren könnten in den kommenden fĂŒnf Jahren etwa eine Viertelmillion Unternehmen von solchen Schließungen betroffen sein, so die Kammer. DIHK-PrĂ€sident Peter Adrian nannte die neuen Zahlen "einschneidende Entwicklungen fĂŒr den Standort Deutschland". "Immer mehr Unternehmen - gerade kleine und mittlere - verschwinden so und hinterlassen LĂŒcken in Wirtschaft und Gesellschaft", erklĂ€rte er. Im GesprĂ€ch mit den Funke-Zeitungen bemĂ€ngelte Adrian zudem den öffentlichen Ansehensverlust von Unternehmern. "Wenn ich sonntags den ?Tatort? schaue, wird der Firmenchef dort eher als schrĂ€g oder dubios dargestellt", sagte er. Der Ökonom Marcel Fratzscher sagte mit Blick auf die Studie, es sei fĂŒr Deutschland gesamtwirtschaftlich nicht problematisch, wenn einige Unternehmen schließen, weil keine Nachfolge gefunden wurde. "Seit lĂ€ngerer Zeit wollen immer weniger junge Menschen sich selbststĂ€ndig machen und die damit verbundenen Risiken eingehen. Zudem wollen immer mehr SelbststĂ€ndige ihre eigenen Ideen verfolgen und nicht lediglich ein bestehendes Unternehmen ĂŒbernehmen", so der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Um mehr junge Leute fĂŒr eine Nachfolge zu bewegen, sei es an den Unternehmern selbst, ihren Betrieb so aufzustellen, dass dieser attraktiv genug sei, um das damit verbundene unternehmerische Risiko einzugehen.

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