DIHK-AuĂenwirtschaftschef wirbt fĂŒr engere Kooperation mit China
22.02.2026 - 18:37:01 | dts-nachrichtenagentur.de"Angesichts der Unsicherheiten im VerhÀltnis zu den USA könnte es in einigen Bereichen eine engere Kooperation mit China geben." Treier nannte dabei Sektoren wie Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik oder Kreislaufwirtschaft. "Je mehr wir das ernsthafte GesprÀch mit Peking suchen und gemeinsame Interessen definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Volksrepublik feste Zusagen macht."
Treier rĂ€umte ein, dass die AbhĂ€ngigkeit europĂ€ischer Unternehmen von kritischen Rohstoffen aus China derzeit ein Problem sei. "Bei Chinas Exportkontrollen fĂŒr sehr wichtige Rohstoffe wie Seltene Erden oder Permanentmagnete sollte der Kanzler Transparenz und Planbarkeit fĂŒr deutsche Unternehmen einfordern. Es geht dabei um langfristige Zusagen fĂŒr die Versorgung mit kritischen Rohstoffen", so der DIHK-AuĂenwirtschaftschef.
Im vergangenen Herbst hatte Peking zeitweise die Lieferungen des chinesischen Chip-Herstellers Nexperia blockiert, was die europÀischen Automobil-Unternehmen fast in die Knie zwang. "Je mehr wir das ernsthafte GesprÀch mit Peking suchen und gemeinsame Interessen definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Volksrepublik feste Zusagen macht", so Treier. "Es versteht sich von selbst, dass nichtöffentliche GesprÀche erfolgversprechender sind als Megafon-Diplomatie."
Der China-Experte JĂŒrgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln warf Peking derweil "massive Wettbewerbsverzerrungen" vor. "In der Volksrepublik flieĂen viel mehr Subventionen als in anderen LĂ€ndern", sagte Matthes den Funke-Zeitungen. Laut dem Statistischen Bundesamt ist das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China 2025 auf die Rekordhöhe von 89,3 Milliarden Euro gestiegen. "Die stark unterbewertete chinesische WĂ€hrung ist ein weiteres Instrument von Chinas Industriepolitik, um einheimischen Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen", sagte Matthes. So habe der Euro gegenĂŒber dem Yuan seit Anfang 2020 real um mehr als 40 Prozent aufgewertet. Ein niedrig bewerteter Yuan macht fĂŒr China Ausfuhren billiger und Einfuhren teurer.
"Zudem nimmt der Druck der chinesischen Regierung auf deutsche und europÀische Betriebe zu, stÀrker vor Ort zu produzieren und Zulieferungen aus China zu beziehen", unterstrich der IW-Experte. "Die Unternehmen tun dies zunehmend, da ihnen ansonsten der Marktzugang betrÀchtlich erschwert zu werden droht. Das bedeutet, dass Exporte durch Fertigungen in China ersetzt werden."
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