Ballons, Taiwan

Erneut chinesische Ballons ĂŒber Taiwan - Wahl möglicher Grund

04.01.2024 - 05:25:03

Kurz vor der PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahl hat Taiwans MilitĂ€r erneut mehrere verdĂ€chtige chinesische Ballons ĂŒber seinem Gebiet entdeckt.

Einer davon sei am Mittwoch von Westen ĂŒber das Zentrum des ostasiatischen Inselstaats geflogen, die beiden anderen seien im Westen und Nordwesten ĂŒber dem Meer entdeckt worden, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Taipeh mit. Experten vermuten, die Ballons könnten zur EinschĂŒchterung der Bevölkerung vor der Wahl dienen. Das Außenministerium in Peking antwortete am Donnerstagvormittag (Ortszeit) zunĂ€chst nicht auf eine Anfrage, was mit den Ballons beabsichtigt wird.

Die VorfĂ€lle erinnern an den Überflug eines chinesischen Ballons in den USA im vergangenen Jahr. Washington warf Peking vor, diesen fĂŒr Spionage eingesetzt zu haben. China sagte dagegen, der Ballon sei abgedriftet und diene Wettermessungen. Die USA schossen das LuftgefĂ€hrt vom Himmel.

Die neuerlichen Entdeckungen ĂŒber Taiwan könnten mit der Wahl am 13. Januar zu tun haben. "China nutzte absichtlich den vorteilhaften SĂŒdwest-Wind, um öfter solche unmotorisierten Wetterballons aufsteigen und ĂŒber Taiwan fliegen zu lassen, und damit die Bevölkerung Taiwans vor der Wahl einzuschĂŒchtern", sagte Su Tzu-yun vom taiwanischen Institut fĂŒr nationale Verteidigung und Sicherheitsforschung der Deutschen Presse-Agentur. Auch Michelle Lin von der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) sagte, dass die Ballons der EinschĂŒchterung der Menschen in Taiwan dienten.

Ballons können Sicherheit der Luftfahrt gefÀhrden

Seit Montag sichtete Taiwans MilitĂ€r neun Ballons ĂŒber seinem Gebiet.

FĂŒnf davon flogen ĂŒber die Insel. Su sagte, die ĂŒber Taiwan gesichteten Ballons seien Ă€hnlich groß wie Wetterballons. Jener in den USA sei grĂ¶ĂŸer gewesen. Laut Su könnten die Ballons jedoch in der Höhe, in der sie fliegen, die Sicherheit der Luftfahrt gefĂ€hrden.

China schĂŒchtert Taiwan und seine Regierung immer wieder ein. Peking zĂ€hlt die Insel unter Verweis auf die Geschichte zu seinem Staatsgebiet und will eine Wiedervereinigung, notfalls auch mit militĂ€rischen Mitteln. Die noch amtierende DPP steht dagegen fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit. Die kommende PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahl, bei der 19,5 Millionen Menschen abstimmen sollen, wird ĂŒber das weitere VerhĂ€ltnis zwischen Taipeh und Peking mitentscheiden. Neben der DPP treten auch chinafreundliche Parteien wie die Kuomintang an.

@ dpa.de