Ladungssicherung, Bußgelder

Ladungssicherung: Bußgelder bis 10.000 Euro für mangelhaft gesicherte Fracht

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BBG veröffentlicht Informationen zur rechtssicheren Qualifizierung von Ladungssicherungsbeauftragten, um Haftungsrisiken zu minimieren.

BBG mbH: Neue Leitlinien zur Ladungssicherungs-Schulung
Professionell gesicherte Fracht auf einer Ladefläche mit Spanngurten und Sicherungsequipment. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die BBG Gesellschaft für betriebliche Beratung und Betreuung mbH hat am 27. Juli 2026 Informationen zur rechtssicheren Qualifizierung von Ladungssicherungsbeauftragten zur Verfügung gestellt. Damit reagiert das Unternehmen auf die anhaltende Problematik unzureichend gesicherter Fracht, die regelmäßig zu schweren Unfällen und hohen Sachschäden führt. Die Veröffentlichung soll Betrieben dabei helfen, Verantwortlichkeiten klar zu definieren und Haftungsrisiken durch fachgerechte Schulungen zu minimieren.

Rechtliche Rahmenbedingungen und finanzielle Risiken

Die gesetzlichen Anforderungen an den Transport von Gütern sind in Deutschland strikt geregelt. Gemäß den Paragrafen 22 und 23 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) müssen Ladungen so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei Vollbremsungen oder plötzlichen Ausweichmanövern nicht verrutschen, umfallen oder herabfallen können. Diese Vorschriften gelten nicht nur für den gewerblichen Güterkraftverkehr, sondern ausdrücklich auch für Privatpersonen.

Verstöße gegen diese Sicherungspflichten ziehen bereits bei einfachen Ordnungswidrigkeiten Verwarnungsgelder ab 35 Euro nach sich. Sobald eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorliegt, erhöht sich das Bußgeld auf 60 Euro, verbunden mit einem Punkt im Fahreignungsregister. Kommt es infolge mangelhafter Sicherung zu einem Unfall, werden 75 Euro sowie ein Punkt fällig. Fachmedien warnen zudem davor, dass bei schwerwiegenden Transportfehlern Bußgelder von bis zu 10.000 Euro möglich sind. Über die behördlichen Strafen hinaus drohen zivilrechtliche Konsequenzen: Versicherungen können im Falle grober Fahrlässigkeit Leistungen in der Kaskoversicherung erheblich kürzen.

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Unfallereignisse verdeutlichen Gefahrenpotenzial

Wie gefährlich eine mangelhafte Sicherung im Alltag sein kann, zeigten mehrere Vorfälle am 25. Juli 2026. Auf der Bundesstraße 4 bei Sondershausen öffnete sich gegen 07:05 Uhr der Werkzeugkasten eines Lastkraftwagens. Ein daraus herabfallender Schlüsselsatz traf einen entgegenkommenden Kleintransporter. Nach Angaben der Behörden durchbohrte eine Metallstange die Karosserie des Fahrzeugs unmittelbar über dem 55-jährigen Fahrer. Trotz der Schwere des Einschlags blieb der Fahrer unverletzt. Der Sachschaden wird auf zirka 7.500 EUR geschätzt. Gegen den 30-jährigen Lkw-Fahrer wurde ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit eingeleitet.

Ebenfalls am 25. Juli 2026 kam es auf der Autobahn 13 bei Domat/Ems zu gefährlichen Situationen durch Ladungsverlust. Am Nachmittag öffnete sich die Dachbox eines niederländischen Pkw, wodurch Gegenstände auf die Fahrbahn gerieten. Am späten Abend löste sich zudem ein Fahrrad von einem Autodach und wurde von drei nachfolgenden Fahrzeugen erfasst. Auch hier blieb es bei Sachschäden, Personen wurden nicht verletzt.

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Qualifizierung als zentrale Präventionsmaßnahme

Um solche Risiken proaktiv zu steuern, setzen Unternehmen verstärkt auf die Ausbildung von Ladungssicherungsbeauftragten. Ein solches Qualifizierungsprofil wurde beispielsweise von der ITC Graf GmbH angeboten, die im Frühjahr ein entsprechendes Präsenzseminar in Heidenheim durchführte. Die Ausbildungsinhalte umfassen dabei die relevanten Normen wie die VDI 2700 sowie die DGUV Vorschrift 70 und die gesetzlichen Grundlagen der StVO und StVZO.

Für die Teilnahme an diesen Schulungen sind keine spezifischen Vorkenntnisse erforderlich. Obwohl die erlangte Qualifikation formal unbefristet gültig ist, raten Experten dazu, die Kenntnisse alle zwei bis drei Jahre aufzufrischen. Dies stelle sicher, dass die Verantwortlichen in den Betrieben stets über aktuelle rechtliche Entwicklungen und moderne Sicherungstechniken informiert sind, um die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu gewährleisten.

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