LĂ€nder fordern schnelle Senkung der Stromsteuer fĂŒr alle
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie MinisterprĂ€sidentenkonferenz (MPK) forderte die Koalition aus Union und SPD auf, diese Entlastung fĂŒr BĂŒrger und Unternehmen "schnellstmöglich" zu realisieren.
Die Einnahmen aus der Stromsteuer flieĂen allein dem Bund zu. Wenn sie gesenkt wird, belastet dies also die LĂ€nderhaushalte nicht. Es handele sich um eine "Bundesangelegenheit", sagte der MPK-Vorsitzende, der rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Gordon Schnieder (CDU).
Im Beschluss der MPK heiĂt es, die Energiepreise seien trotz aller EntlastungsmaĂnahmen im internationalen Vergleich weiterhin zu hoch. Weitere MaĂnahmen seien notwendig. "Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der LĂ€nder fordern die Bundesregierung daher auf, schnellstmöglich finanzielle SpielrĂ€ume im Haushalt fĂŒr eine Senkung der Stromsteuer fĂŒr alle zu nutzen."
"Wir sind der Auffassung, dass der Bund diese SpielrĂ€ume hat", sagte Schnieder. "Wir haben den Menschen versprochen, dass Energie bezahlbarer wird, insbesondere dass Strom fĂŒr alle gĂŒnstiger wird. Dieses Versprechen mĂŒssen wir halten." Der Co-Vorsitzende Olaf Lies betonte, jetzt sei VerlĂ€sslichkeit nötig. "Wir brauchen auch das Signal, dass man sich auf solche Botschaften und Entscheidungen auch verlassen kann", sagte er mit Blick auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD.
Senkung der Stromsteuer fĂŒr alle steht im Koalitionsvertrag
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine Senkung fĂŒr alle auf das europĂ€ische MindestmaĂ angekĂŒndigt. Diese Zusage wurde noch nicht umgesetzt. Die Stromsteuer wurde nur fĂŒr die Industrie, das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft gesenkt - nicht aber fĂŒr private Haushalte und alle anderen Unternehmen.
Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) plĂ€diert dafĂŒr, SpielrĂ€ume im Haushalt zu nutzen, um das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag voll umzusetzen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist hierfĂŒr zwar grundsĂ€tzlich offen, hat aber Zweifel, dass dies finanzierbar ist. "Wer jetzt VorschlĂ€ge macht wie etwa die Senkung der Stromsteuer, sollte gleichzeitig auch VorschlĂ€ge mitbringen, wie man das Ganze finanziert", betonte der Finanzminister bei der Vorlage der Ergebnisse der SteuerschĂ€tzung.
MinisterprÀsidenten verweisen auf enorme Belastung
Vor allem Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst hatte vor dem Treffen der LĂ€nderregierungschefs auf die Stromsteuersenkung gedrĂ€ngt. "Die Energiekosten sind fĂŒr viele inzwischen zu einer enormen Belastung geworden", sagte der CDU-Politiker. "Wir brauchen jetzt die Stromsteuersenkung fĂŒr alle - und zwar möglichst schnell. FĂŒr die privaten Haushalte, Handwerk, Handel und Dienstleistungsunternehmen."
Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, die Senkung sei jetzt "dringend notwendig". In Deutschland werde lĂ€ngst preiswerter Strom fĂŒr fĂŒnf Cent produziert. "Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass dieser preiswerte grĂŒne Strom auch an Wirtschaft und Bevölkerung weitergegeben wird."
Auch manche LĂ€nder sehen schwierige Finanzierbarkeit
Klingbeils Bedenken hinsichtlich der Finanzierbarkeit wurden von einigen LÀndern geteilt. "Wenn die wirtschaftliche Lage sich nicht weiter verbessert, wird das schwierig", sagte Niedersachsens MinisterprÀsident Lies vor den Beratungen der LÀnderregierungschefs. Zugleich betonte er: "Die Senkung der Energiekosten, die Senkung der Stromkosten ist ein wesentlich effektiveres Instrument als so manches Förderprogramm, was wir im Moment haben."
Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) versicherte, grundsĂ€tzlich halte er die Stromsteuersenkung fĂŒr richtig. "Aber logischerweise hat das finanzielle Konsequenzen. Und welche SpielrĂ€ume da drin sind, das muss man sich genau angucken."
