LĂ€rm am Arbeitsplatz: Jeder vierte Arbeitnehmer arbeitet unter Dauerstress
05.06.2026 - 19:33:16 | boerse-global.de
Rund 20.000 Menschen wurden fĂŒr die BIBB/BAuA-ErwerbstĂ€tigenbefragung 2024 befragt. Das Ergebnis: Etwa jeder vierte Arbeitnehmer arbeitet regelmĂ€Ăig unter LĂ€rm oder störenden GerĂ€uschen. Mehr als die HĂ€lfte von ihnen empfindet das als belastend.
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Komplexe Aufgaben, höhere Empfindlichkeit
Das Belastungsempfinden hĂ€ngt direkt vom Anforderungsniveau ab. Ăberraschend: Je komplexer die TĂ€tigkeit, desto geringer ist zwar die tatsĂ€chliche LĂ€rmexposition â aber desto höher das subjektive Belastungsempfinden. Eine BAuA-Studie vom MĂ€rz 2025 untersuchte genau diesen Zusammenhang.
In modernen BĂŒros sind GesprĂ€che, Telefonate, TastaturgerĂ€usche und Klimaanlagen die Hauptstörquellen. Die Folgen? Sinkende Leistung, steigende Fehlerquoten und mehr Stress. Kein Wunder: LĂ€rmschwerhörigkeit zĂ€hlt weiterhin zu den hĂ€ufigsten anerkannten Berufskrankheiten.
Grenzwerte: Wann wird es kritisch?
Die Technische Regel fĂŒr ArbeitsstĂ€tten (ASR A3.7) gibt klare Orientierungswerte vor:
- Bis 70 dB(A): Tolerierbar fĂŒr einfache Routineaufgaben
- Unter 55 dB(A): Kritische Schwelle fĂŒr geistig anspruchsvolle TĂ€tigkeiten
- Ab 80 dB(A): Erhöhtes Risiko fĂŒr GehörschĂ€den
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Was tun Unternehmen dagegen? Die Strategie ist dreigleisig:
- Baulich: Schallabsorbierende Decken, Wandpaneele, Akustikteppiche
- RÀumlich: Zonierung in Ruhe- und Kommunikationsbereiche, Raum-in-Raum-Lösungen
- Organisatorisch: Sensibilisierung fĂŒr leise GesprĂ€chskultur
Reichen technische MaĂnahmen nicht aus, muss ab 80 dB(A) persönlicher Gehörschutz bereitgestellt werden. Ab 85 dB(A) besteht gesetzliche Tragepflicht â plus Kennzeichnungspflicht der betroffenen Bereiche.
Sonderregeln fĂŒr GroĂereignisse
Nicht nur im BĂŒro wird LĂ€rm zum Thema. FĂŒr die FuĂball-WM im Sommer 2026 lockert Hessen die LĂ€rmschutzvorgaben. Vom 11. Juni bis 19. Juli sind Public-Viewing-Ăbertragungen auch wĂ€hrend der Ruhezeiten erlaubt. Das Heimatministerium spricht von einer AbwĂ€gung zwischen öffentlichem Interesse und Anwohnerschutz.
Auch am Frankfurter Flughafen tut sich was. Die Deutsche Flugsicherung und Fraport stellten am 6. Mai ein aktualisiertes Betriebskonzept vor. Kernpunkte: LĂ€rmpausen in den Randstunden bis 6 Uhr morgens und erweiterter passiver Schallschutz. Bis 2033 werden bis zu 560.000 Flugbewegungen pro Jahr prognostiziert â ein transparentes Monitoring soll die Anwohner entlasten.
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