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Lear Corporation: 180 Jobs in Gründau bis Mitte 2027 gefährdet

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lear gibt Fertigungsstandort in Gründau auf und verlagert Produktion bis 2027 ins Ausland. IG Metall kündigt Widerstand an.

Lear Corporation schließt Produktion in Gründau: 180 Jobs betroffen
Leere Produktionshalle in einem Automobilzulieferwerk mit verwaisten Arbeitsplätzen und industriellen Montagelinien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-amerikanische Automobilzulieferer Lear Corporation hat einschneidende Maßnahmen für seinen hessischen Standort in Gründau angekündigt. Wie am 12. August 2026 bekannt wurde, plant das Unternehmen die vollständige Schließung der dortigen Produktion sowie der Logistikabteilung. Von dieser Entscheidung sind insgesamt 180 Beschäftigte im Main-Kinzig-Kreis unmittelbar betroffen. Während die Fertigung aufgegeben werden soll, bleibt ein Teil des Standorts in reduzierter Form erhalten.

Verlagerung der Fertigung nach Südosteuropa und Nordafrika

Nach den Plänen der Konzernleitung soll der Rückzug aus der Produktion in Gründau schrittweise erfolgen. Das Unternehmen beabsichtigt, die betroffenen Geschäftsbereiche bis Mitte 2027 ins Ausland zu verlagern. Als Zielorte für die Produktion und Logistik wurden Standorte in der Slowakei, in Serbien sowie in Tunesien genannt.

Trotz der angekündigten Schließung der Werkshallen wird Gründau nicht vollständig als Standort aufgegeben. Die Lear Corporation teilte mit, dass die Engineering-Abteilung am hessischen Standort verbleiben soll. Demnach bleiben rund 120 Stellen im Bereich der Entwicklung und Technik erhalten, womit sich der Fokus des Betriebs künftig rein auf ingenieurtechnische Dienstleistungen verschieben würde.

Gewerkschaft und Betriebsrat kündigen Widerstand gegen Pläne an

Die Ankündigung stieß bei den Arbeitnehmervertretern auf scharfe Ablehnung. Die IG Metall sowie der Betriebsrat haben bereits offiziell Widerstand gegen die Schließungspläne angekündigt. Laut Gewerkschaftsangaben arbeite man derzeit an einem Alternativkonzept, um den Erhalt der Produktion und der damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region doch noch zu sichern.

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In der Kritik steht dabei insbesondere die Informationspolitik und Strategie der Unternehmensführung. Die Gewerkschaft warf dem Management vor, den Standort Gründau systematisch „schlechtgerechnet“ zu haben, um eine Verlagerung betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen. Betriebsratschef Markus Rotter kritisierte zudem einen massiven Bruch von Versprechen seitens des Unternehmens. Die Belegschaft fühle sich durch die plötzliche Kehrtwende der Konzernleitung getäuscht.

Tarifvertragliche Sicherung und rechtliche Situation

Ein zentraler Punkt in der kommenden Auseinandersetzung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern ist die bestehende tarifliche Regelung. Die IG Metall verwies darauf, dass die geplante Schließung einen Bruch des aktuellen Tarifvertrags darstelle. Dieser Vertrag sieht vor, dass die Beschäftigten am Standort Gründau bis Ende des Jahres 2026 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind.

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Juristisch und verhandlungstaktisch ergibt sich daraus eine komplexe Situation für die kommenden Monate. Da der Kündigungsschutz noch über das Jahr 2025 hinaus Bestand hat, ist unklar, wie das Unternehmen die geplante Verlagerung, die bereits Mitte 2027 abgeschlossen sein soll, rechtssicher umsetzen will. Die Arbeitnehmervertreter betonten, dass sie auf der Einhaltung der vertraglichen Zusagen bestehen und die Schließung nicht kampflos hinnehmen werden. In den kommenden Wochen werden intensive Verhandlungen zwischen der Lear Corporation und den Arbeitnehmervertretern über die Zukunft der 180 betroffenen Mitarbeiter erwartet.

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