Lear-Werk, Gründau

Lear-Werk Gründau: 180 Stellen werden bis Mitte 2027 abgebaut

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lear Corporation legt Produktion und Logistik in Gründau still. 180 Stellen entfallen, 120 Engineering-Arbeitsplätze bleiben. IG Metall kündigt Widerstand an.

Lear Corporation schließt Werk in Gründau: 180 Jobs betroffen, Produktion zieht ins Ausland um
Leere Produktionshalle in einem Automobilzuliefererwerk mit industriellen Maschinen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-amerikanische Automobilzulieferer Lear Corporation hat weitreichende Konsequenzen für seinen Standort in Gründau angekündigt. Wie das Unternehmen am 11. August 2026 bekannt gab, wird das Werk im Main-Kinzig-Kreis geschlossen. Die Bereiche Produktion und Logistik werden vollständig stillgelegt, was den Wegfall von knapp 180 Arbeitsplätzen zur Folge hat.

Umfangreiche Stellenstreichungen und internationale Verlagerung

Die Entscheidung der Konzernleitung sieht vor, die bisher in Gründau ansässigen Produktionskapazitäten in das Ausland zu verlagern. Als Zielregionen für die künftige Fertigung nannte das Unternehmen die Slowakei, Serbien sowie Tunesien. Dieser Prozess der Standortverlagerung soll nicht unmittelbar, sondern über einen längeren Zeitraum erfolgen. Den aktuellen Planungen zufolge soll der Abbau der Stellen und die vollständige Verlagerung der Produktion bis Mitte 2027 abgeschlossen sein.

Der Standort in Hessen verliert damit seine Funktion als Produktions- und Logistikzentrum innerhalb des globalen Netzwerks der Lear Corporation. Während die Fertigungsbereiche massiv beschnitten werden, gibt es für einen anderen Teil der Belegschaft eine Fortführungsperspektive. Nach offiziellen Angaben sollen 120 Stellen im Bereich Engineering am Standort Gründau erhalten bleiben. Diese Arbeitsplätze sind von der aktuellen Stilllegungsentscheidung nicht betroffen, wodurch eine verkleinerte Präsenz des Unternehmens in der Region gewahrt bleibt.

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Widerstand von Betriebsrat und IG Metall gegen die Pläne

Die Ankündigung löste bei den Arbeitnehmervertretern heftige Reaktionen aus. Der Betriebsratsvorsitzende Markus Rotter kritisierte die geplante Werksschließung scharf und bezeichnete die Entscheidung der Unternehmensführung als einen schweren Schlag gegen die Interessen der Beschäftigten. Er ordnete die Maßnahme als einen Affront gegenüber der Belegschaft ein, die sich nun mit dem Verlust ihrer Existenzgrundlage konfrontiert sieht.

Auch die Gewerkschaft IG Metall Hanau-Fulda bezog unmittelbar Stellung zu den Plänen der Konzernleitung. Die Organisation kündigte an, massiven Widerstand gegen die Schließung und den damit verbundenen Stellenabbau zu leisten. In ihrer Stellungnahme übte die Gewerkschaft deutliche Kritik am Management der Lear Corporation. Ein zentrales Argument der Arbeitnehmerseite ist dabei die rechtliche Absicherung der Beschäftigten durch bestehende Verträge. Ein gültiger Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen bis zum Ende des Jahres 2026 explizit aus.

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Die IG Metall betonte, dass sie die Rechtmäßigkeit und die wirtschaftliche Notwendigkeit der Maßnahme vor dem Hintergrund der vertraglichen Bindungen prüfen werde. Für die betroffenen 180 Mitarbeiter in Produktion und Logistik beginnt damit eine Phase der Ungewissheit, da die Verhandlungen zwischen der Unternehmensführung und den Arbeitnehmervertretern über die Ausgestaltung der Schließung und mögliche Sozialpläne in den kommenden Wochen anstehen dürften. Während das Unternehmen auf die Kostenvorteile durch die Verlagerung nach Osteuropa und Nordafrika setzt, konzentriert sich der Widerstand vor Ort auf den Erhalt der industriellen Basis im Main-Kinzig-Kreis.

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