Lettlands Grenzschutz: Minsk koordiniert illegale Migration
09.10.2024 - 15:13:19 | dpa.de"Ohne das Wissen der belarussischen Beamten und ohne deren Aufmerksamkeit wĂ€re es zumindest unmöglich, dass eine solche Zahl (an Menschen) unbemerkt an die Grenze von Belarus gelangen, dort bleiben und illegal die Grenze ĂŒberqueren kann", sagte Behördenchef Guntis Pujats im Fernsehen mit Blick auf einen GroĂeinsatz von Polizei und Grenzschutz in Lettland. Am Dienstag waren bei einer Sonderoperation nach einer einstĂŒndigen Verfolgungsjagd insgesamt 46 illegale GrenzgĂ€nger festgenommen worden.
"Mindestens wurde ein Korridor eingerichtet, aber in der Praxis ist auch klar, dass die gesamte illegale Migration ĂŒberwiegend von den belarussischen Diensten koordiniert wird", sagte Pujats. Der lettische Grenzschutz-Chef warf den SicherheitskrĂ€ften des Nachbarlands auĂerdem vor, mit Schleusern und der organisierten KriminalitĂ€t zusammenzuarbeiten.
Bei den aufgegriffenen Migranten handelt sich es nach Angaben der Behörden um somalische Staatsangehörige, die bis auf drei bei dem Einsatz verletzte Personen wieder nach Belarus zurĂŒckgebracht worden sein. FĂŒr Aufsehen sorgte in Lettland dabei besonders, dass sie in dem Land von einem spĂ€ter festgenommenen Fahrer in einem Lieferwagen fortbewegt wurden, das einem Polizeifahrzeug nachgebildet war - samt Blaulicht und Speziallackierung. Wie die Schleuser an die AusrĂŒstung gelangten, blieb zunĂ€chst unklar.
Lettland hat im Osten eine rund 172 Kilometer lange Grenze zu Russlands engem VerbĂŒndeten Belarus, die Teil der EU-AuĂengrenze ist. Nach Angaben des Grenzschutzes wurden in diesem Jahr bislang mehr als 4.600 Migranten daran gehindert, irregulĂ€r die Grenze zu ĂŒberqueren - im Vergleich zu 13.800 im Vorjahr.
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