Lettlands PrĂ€sident begrĂŒĂt mehr deutsche FĂŒhrungsverantwortung
08.07.2025 - 06:14:29"Deutschland ist eine europĂ€ische GroĂmacht und wirtschaftliches Zentrum. Daher ist es folgerichtig, dass Deutschland eine gröĂere Rolle in der europĂ€ischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ĂŒbernimmt. Das ist zu begrĂŒĂen", sagte Rinkevics der Deutschen Presse-Agentur in Riga.
Auch die PlĂ€ne der neuen Bundesregierung fĂŒr eine AufrĂŒstung der Bundeswehr, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur stĂ€rksten konventionellen Armee in Europa machen will, lösten in Lettland keine Bedenken aus. "Deutschland hat ĂŒber Jahrzehnte hinweg ĂŒberzeugend bewiesen, dass es ein demokratisches, rechtsstaatliches und auf westlichen Werten basierendes Land ist. Daher habe ich keinerlei Bedenken", sagte Rinkevics. "Ich unterstĂŒtze die Entwicklung der deutschen StreitkrĂ€fte voll und ganz. Dies liegt im Interesse der Sicherheit ganz Europas."
Mehr gemeinsame Anstrengungen nötig
Rinkevics wird heute BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier in Riga empfangen. Neben den vom lettischen Staatschef als "sehr gut" bezeichneten bilateralen Beziehungen soll es bei den GesprÀchen um die Sicherheitslage des an Russland und Belarus grenzenden Baltenstaats an der Nato-Ostflanke gehen.
"Die gröĂten gemeinsamen Herausforderungen sind natĂŒrlich die russische Aggression gegen die Ukraine und die von Russland ausgehende Bedrohung fĂŒr den Frieden und die Sicherheit in Europa", sagte Rinkevics. Auch die Sicherheit, VerteidigungsfĂ€higkeit und WettbewerbsfĂ€higkeit der EU mĂŒsse "erheblich" gestĂ€rkt werden. "Wir können dies nur gemeinsam bewĂ€ltigen, und indem wir mehr tun, als wir bisher getan haben", betonte der lettische PrĂ€sident.
Lettland betrachtet Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine als direkte Gefahr fĂŒr seine nationale Sicherheit. Die Regierung in Riga hat daher die MilitĂ€rausgaben erhöht und rĂŒstet massiv auf. Auch fĂŒhrte sie schrittweise die Wehrpflicht wieder ein und sichert seine Ostgrenze gegen mögliche Angriffe.
FĂŒr Lettland, Deutschland und andere europĂ€ische LĂ€nder ist es laut Rinkevics wichtig, ihre Investitionen in die Verteidigung zu erhöhen und ihre militĂ€rischen FĂ€higkeiten zu stĂ€rken.
Steinmeier macht das Dutzend voll
FĂŒr Steinmeier ist es bereits das zwölfte Mal in seiner langen politischen Karriere, dass er Lettland in offizieller Mission besucht. "Ich kenne Frank-Walter seit langem und schĂ€tze sehr die Möglichkeit, mit ihm offen und ehrlich ĂŒber jegliche Themen zu diskutieren", sagte der Rinkevics, der nach eigenen Angaben ein "ausgezeichnetes" VerhĂ€ltnis zu seinem deutschen Amtskollegen hat. Beide Politiker waren einst AuĂenminister und sind heute Staatschefs ihres jeweiligen Landes. "Dieser Besuch setzt unseren regelmĂ€Ăigen Dialog fort - wir treffen uns faktisch jedes Jahr", sagte Rinkevics.

