Lkw-Fahrverbot, Baden-Württemberg

Lkw-Fahrverbot: Baden-Württemberg lockert Regeln ab 16. August

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 22:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Baden-Württemberg lockert Sonn- und Samstagsfahrverbote für Lkw, um Lieferketten trotz Niedrigwasser am Rhein zu stabilisieren. Branchenverbände kritisieren die Maßnahme als unzureichend.

Baden-Württemberg setzt Lkw-Fahrverbote wegen Niedrigwasser am Rhein aus
Ein moderner Lkw fährt bei Sonnenuntergang auf einer deutschen Autobahn. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Baden-Württemberg reagiert auf die kritischen Pegelstände am Rhein und lockert die Verkehrsregeln für den Güterkraftverkehr. Die Landesregierung setzt das Lkw-Sonntagsfahrverbot ab dem kommenden Wochenende (16.08.2026) vorerst aus. Diese Ausnahmeregelung umfasst auch das Samstagsfahrverbot und gilt für Transporte, die zur Bewältigung der Folgen des Niedrigwassers notwendig sind.

Die Maßnahme ist als Reaktion auf die schwierige Situation in der Binnenschifffahrt konzipiert. Da der Rhein bei Kaub unpassierbar zu werden droht, geraten die Lieferketten unter Druck. Mit der Aussetzung der Fahrverbote sollen Lieferengpässe reduziert werden. Verkehrsministerin Razavi (CDU) erklärte hierzu, dass die Lockerung dazu beitragen solle, die Versorgungslage zu stabilisieren, stellte jedoch klar, dass das logistische Problem allein dadurch nicht gelöst werde. Hinsichtlich der Dauer der Befristung variieren die Angaben zwischen Ende August und Ende September.

Baden-Württemberg schließt sich damit einer Gruppe von Bundesländern an, zu denen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland gehören. Diese Länder hatten das Sonntagsfahrverbot aufgrund des Niedrigwassers bereits zuvor ausgesetzt, wobei die Befristungen dort ebenfalls bis Ende August oder September reichen.

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Innerhalb der Logistikbranche wird die Entscheidung kontrovers diskutiert. Während Wirtschaftsvertreter die Lockerungen begrüßen, äußerte der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) deutliche Kritik. BGL-Präsident Engelhardt betonte, dass die Maßnahme keine zusätzlichen Kapazitäten schaffe, da der Branche aktuell über 100.000 Fahrer fehlen würden. Da zudem die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten strikt einzuhalten seien, sieht der Verband keine nennenswerte Entlastung durch die zusätzlichen Fahrtage. Der BGL fordert in diesem Zusammenhang einen Kriseninterventionsplan vom Bundesamt für Logistik und Mobilität.

Auch der Verband Spedition und Logistik (VSL) verwies auf die begrenzten Kapazitäten für eine Verlagerung von Gütern vom Wasser auf die Straße. Ein einzelnes Binnenschiff könne die Ladung von bis zu 150 Lkw transportieren. Dies stehe einem Mangel von 10.000 bis 20.000 Fahrern in der Branche gegenüber. Während Gewerkschaften die zusätzliche Belastung für das vorhandene Personal kritisieren, warnte der ADAC vor den Auswirkungen auf den Individualverkehr. Der Club erwartet durch die zusätzliche Lkw-Präsenz an den Wochenenden mehr Stau auf den Autobahnen A5, A8 und A81.

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Kritik kommt zudem von Umweltverbänden. Der BUND bezeichnete die Maßnahme als bloße Symptombekämpfung. Niedrige Flusspegel seien ein Symptom der Klimakrise, weshalb die Ausweitung des Straßenverkehrs keine nachhaltige Lösung für die logistischen Herausforderungen darstelle.

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