LNG-Sicherheit: ETS stellt Verfahren mit 99,99% Verbrennungsrate vor
03.06.2026 - 23:30:24 | boerse-global.deDie globale LNG-Industrie reagiert auf wachsende Flotten und Infrastruktur mit strengeren Sicherheitsvorschriften und modernster Messtechnik.
Neue Verfahren für Tankwartung und Dekontaminierung
Am 3. Juni 2026 stellte ETS Degassing aktualisierte Verfahren für die sichere Handhabung von LNG-Tanks vor. Die Methode setzt auf mobile Brennkammern und Stickstoffverdampfer, um Tanks während Wartungs-, Stilllegungs- und Abkühlphasen gasfrei zu machen. Die mobilen Einheiten erreichen eine Verbrennungsrate von über 99,99 Prozent für verschiedene Gasgruppen – ein entscheidender Fortschritt für den Arbeitsschutz.
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Nur einen Tag zuvor erhielt WIKA die ATEX- und IECEx-Zertifizierung für einen neuen hydrostatischen Drucksensor. Das Gerät ist für explosionsgefährdete Zonen 0, 1 und 2 zugelassen und misst Füllstände mit einer Genauigkeit von 0,5 Prozent bei Reichweiten bis zu zehn Metern. Die Edelstahlsonde mit IP68-Schutzklasse wurde einer Helium-Dichtheitsprüfung unterzogen.
Ernstfall in Langenhahn: Gasaustritt legt Straßen lahm
Die Dringlichkeit solcher Technologien zeigt ein Einsatz in Langenhahn am 2. Juni 2026. Ein Gasleck an einem unterirdischen Flüssiggastank führte zur Sperrung mehrerer Hauptstraßen. Die Feuerwehr rückte mit einem Gefahrstoffzug an. Zwei Personen mussten medizinisch versorgt werden. Da sich das Leck nicht abdichten ließ, pumpten die Einsatzkräfte den restlichen Inhalt ab und fluteten die Tankabdeckung mit Wasser.
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Maritime Sicherheit im Fokus
Die wöchentliche LNG-Bunkerung der Fähre „Richmond" auf dem Bodensee steht exemplarisch für die Risiken. Ein Bericht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vom Juni 2026 betont: Die extreme Kälte und hohe Entzündlichkeit des Treibstoffs erfordern strikte Explosionsschutzmaßnahmen und Schutz vor Kälteverbrennungen.
Ein Meilenstein gelang Carnival Corporation: Am 1. Juni 2026 führte der Kreuzfahrtriese die erste Ship-to-Ship-LNG-Bunkerung Lateinamerikas vor Roatán (Honduras) durch – für das Kreuzfahrtschiff „Carnival Jubilee". Das Unternehmen betreibt bereits elf LNG-betriebene Schiffe, sieben weitere sollen bis 2033 folgen. Der Konzern verspricht sich davon bis zu 20 Prozent weniger CO?-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen Treibstoffen.
NEUMAN & ESSER kündigte am 2. Juni spezielle Boil-off-Gas-Verdichtungslösungen (BOG) für den maritimen Einsatz an. Die Systeme sind für die Handhabung von LNG, LPG und Ammoniak an Bord moderner Schiffe ausgelegt.
Milliardeninvestitionen in neue Tanker
Der Ausbau der Flotte schreitet rasant voran. Am 3. Juni vergab COSCO Shipping Energy Transportation einen Auftrag über rund 840 Millionen Euro an die Jiangnan-Werft – für den Bau von vier LNG-Tankern. Am selben Tag meldete GTT einen Auftrag von Hanwha Ocean zur Konstruktion der Tanks für einen 174.000-Kubikmeter-LNG-Frachter. Das Schiff kommt für einen europäischen Reeder und nutzt das NO96-Super+-Membranisolationssystem. Die Auslieferung ist für das dritte Quartal 2029 geplant.
Regionale Engpässe und geopolitische Risiken
Trotz des Booms kämpft die Branche mit Versorgungsengpässen. Die US-amerikanischen LNG-Exporte fielen am 2. Juni auf ein Vier-Monats-Tief von umgerechnet rund 445 Millionen Kubikmetern pro Tag. Grund sind planmäßige Wartungsarbeiten an den Anlagen Golden Pass und Freeport LNG.
Zusätzlich belasten geopolitische Störungen die Lieferketten. Shell rechnet nach einem Schaden im Frühjahr mit einer einjährigen Stilllegung von Train 2 der Pearl-GTL-Anlage in Katar. Zwar betonte der Konzernchef, dass die betroffene Einheit einen erheblichen Teil des LNG-Marktes abdecke. Andere Einheiten stünden bereit – vorausgesetzt, die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus sei gewährleistet.
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