Löhne: Medianentgelt steigt auf 4.217 Euro, Industrie baut ab
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das monatliche Medianentgelt kletterte auf 4.217 Euro â ein Plus von 5,1 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Bei einer Inflationsrate von 2,2 Prozent bleibt den BeschĂ€ftigten unterm Strich mehr Geld im Portemonnaie.
Hamburg bleibt Spitzenreiter, Osten hinkt hinterher
Das LohngefĂ€lle zwischen den BundeslĂ€ndern ist weiterhin groĂ. Hamburg fĂŒhrt mit 4.768 Euro, gefolgt von Baden-WĂŒrttemberg (4.546 Euro) und Hessen (4.530 Euro). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 3.497 Euro, knapp dahinter ThĂŒringen (3.508 Euro) und Sachsen-Anhalt (3.563 Euro).
Noch deutlicher sind die Unterschiede beim Bildungsgrad. Akademiker verdienen im Median 6.146 Euro, BeschÀftigte mit Berufsabschluss kommen auf 4.069 Euro. Ohne formalen Abschluss bleiben lediglich 3.133 Euro.
Gender-Pay-Gap schrumpft weiter
Die LohnlĂŒcke zwischen MĂ€nnern und Frauen wird kleiner. Der Unterschied betrĂ€gt noch 309 Euro â 37 Euro weniger als im Vorjahr. MĂ€nner verdienen im Schnitt 4.328 Euro, Frauen 4.019 Euro.
Auch das Alter beeinflusst das Gehalt. Unter 25-JĂ€hrige kommen auf 3.202 Euro, die Gruppe zwischen 25 und 55 Jahren auf 4.286 Euro. Ăber 55-JĂ€hrige liegen mit 4.362 Euro an der Spitze.
Industrie baut massiv Stellen ab
Trotz steigender GehÀlter gibt es Alarmzeichen. Das verarbeitende Gewerbe verlor binnen eines Jahres 177.000 ArbeitsplÀtze. Besonders hart traf es die Automobilindustrie mit minus 52.000 Stellen. BA-Chefin Andrea Nahles spricht von einem monatlichen Abbau von rund 15.000 Industriestellen.
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Politiker warnen vor den Folgen fĂŒr die Rente. In Sachsen-Anhalt verdienen 60,5 Prozent der VollzeitbeschĂ€ftigten weniger als 3.771 Euro â jener Wert, der nötig ist, um im Alter ĂŒber der Armutsgrenze zu liegen. Bundesweit sind es 44 Prozent.
Steuerreform soll 2027 kommen
Der Industrieanteil am Bruttoinlandsprodukt sank von 21,9 Prozent (2023) auf 20,6 Prozent (2025). Professor Heilmann sieht darin eher einen Wandel als einen Niedergang und verweist auf positive Entwicklungen in der Raumfahrt und bei Batterie-Startups. Gleichzeitig sehen 58 Prozent der bayerischen Betriebe die Arbeitskosten als erhebliches Risiko.
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Die Bundesregierung plant eine Einkommensteuerreform zum 1. Januar 2027 mit einem Entlastungsvolumen von rund 10 Milliarden Euro pro Jahr. Allerdings steigen die SozialversicherungsbeitrĂ€ge â derzeit bei ĂŒber 42 Prozent, Prognosen zufolge könnten sie auf ĂŒber 45 Prozent klettern.
Handwerk lockt mit Ausbildungsoffensive
Im Handwerk lĂ€uft es besser: Von Januar bis Juni 2026 wurden knapp 67.800 neue AusbildungsvertrĂ€ge abgeschlossen â ein Plus von 4,9 Prozent. HandwerksprĂ€sident Dittrich fordert eine gesetzliche Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sowie mehr Investitionen in Bildungszentren.
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