Pentagon mobilisiert weitere 2.000 Nationalgardisten
10.06.2025 - 06:00:07(Neu: Weitere Details)
LOS ANGELES/WASHINGTON (dpa-AFX) - Das US-Verteidigungsministerium mobilisiert auf Anweisung von PrĂ€sident Donald Trump weitere 2.000 Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde fĂŒr einen Einsatz bei den Protesten gegen die US-Migrationspolitik in Los Angeles. Das teilte Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Online-Plattform X mit. Die Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde Kaliforniens wĂŒrden in den Bundesdienst einberufen, um die US-Einwanderungsbehörde ICE zu unterstĂŒtzen und es den Bundesmitarbeitern zu ermöglichen, ihre Aufgaben "sicher" zu erfĂŒllen.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass er ĂŒber den Schritt informiert worden sei. "Hier geht es nicht um die öffentliche Sicherheit. Es geht darum, das Ego eines gefĂ€hrlichen PrĂ€sidenten zu streicheln", kritisierte der Demokrat auf der Plattform X.
Erst kurz zuvor hatte das Pentagon mitgeteilt, wegen der Proteste gegen die Migrationspolitik von Trump rund 700 Marineinfanteristen der regulĂ€ren StreitkrĂ€fte nach Los Angeles zu schicken. Der Einsatz der regulĂ€ren Armee im Inneren ist eine weitere gravierende Eskalation rund um die Proteste gegen das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde im Raum Los Angeles. Soldaten sind fĂŒr militĂ€rische EinsĂ€tze und den Krieg ausgebildet, nicht fĂŒr polizeiliche Aufgaben wie die Kontrolle von Protesten in amerikanischen InnenstĂ€dten.
Tausende Nationalgardisten wurden schon mobilisiert
Am Wochenende hatte Trump bereits mindestens 2.000 Soldaten der Nationalgarde mobilisiert - gegen den Willen von Newsom. Newsom bezeichnete die neuerliche AnkĂŒndigung als leichtsinnig und sinnlos "und respektlos gegenĂŒber unseren Truppen". Die ersten 2.000 Nationalgardisten hĂ€tten weder Essen noch Wasser bekommen. "Nur etwa 300 sind im Einsatz - der Rest sitzt ungenutzt in BundesgebĂ€uden herum, ohne Befehle zu haben."
Newsom kritisierte, einer der Grundpfeiler der USA und der Demokratie sei, dass das Volk von einer zivilen und nicht einer militĂ€rischen Regierung regiert werde. "Die GrĂŒndervĂ€ter haben diese GrundsĂ€tze in der Verfassung verankert - dass eine Regierung ihrem Volk gegenĂŒber rechenschaftspflichtig sein sollte, sich an die Rechtsstaatlichkeit hĂ€lt und eine zivile AutoritĂ€t ist, keine MilitĂ€rregierung. Kalifornien wird diese GrundsĂ€tze vor Gericht verteidigen."
In den USA haben im Normalfall die Bundesstaaten die Kontrolle ĂŒber die Nationalgarde. Kommt es zum Krieg oder zu nationalen NotfĂ€llen, kann der US-PrĂ€sident das Kommando ĂŒbernehmen. Die Nationalgarde ist eine militĂ€rische Reserveeinheit und Teil der US-StreitkrĂ€fte.
Jeder Bundesstaat hat seine eigene Nationalgarde, die bei Naturkatastrophen, Unruhen oder NotfĂ€llen im Inneren eingesetzt werden kann. Ihr Einsatz gegen den Widerstand des Gouverneurs ist eine höchst ungewöhnliche Machtdemonstration der Regierung. Seit 1965 hatte kein US-PrĂ€sident mehr die Nationalgarde eines Bundesstaats gegen dessen erklĂ€rten Willen ĂŒbernommen.

