Mahle, Beschäftigte

Mahle: 4.000 Beschäftigte sichern Jobs durch Lohnverzicht bis 2029

02.07.2026 - 20:22:21 | boerse-global.de

Mahle-Mitarbeiter sichern Jobs durch Lohnverzicht, während bei Mercedes-Benz der Konflikt um Sparmaßnahmen eskaliert.

Deutsche Industriekrise: Mahle-Lohnverzicht und Mercedes-Streit
Mahle - Hände, eine mit einem kleinen Stapel Euro-Banknoten, die andere schiebt sie weg, vor unscharfem industriellen Hintergrund. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Beim Autozulieferer Mahle sichert die Belegschaft mit massiven Lohnzugeständnissen ihre Jobs – während bei Mercedes-Benz der Streit um Sparpläne eskaliert.

Mahle: Verzicht bis 2029 für den Job

Knapp 4.000 Beschäftigte an den Standorten Stuttgart und Kornwestheim verzichten auf die Tariferhöhung für 2026 sowie auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Im Gegenzug erhalten sie einen Kündigungsschutz bis Ende 2029 – mit einer Ausstiegsklausel für das Unternehmen zum 31. Dezember 2028.

Der Hintergrund: Mahle setzte 2025 nur noch 11,26 Milliarden Euro um, nach 11,68 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn schrumpfte von 22 auf 20 Millionen Euro. Schuld sind die schwache Autokonjunktur, die Elektromobilitäts-Wende, asiatische Konkurrenz und neue US-Zölle. Die gestrichenen Sonderzahlungen werden in Freistellungstage umgewandelt.

Mercedes-Benz: Proteste gegen Sparkurs

Ganz anders die Lage bei Mercedes-Benz: Die IG Metall ruft für den 3. Juli zu bundesweiten Kundgebungen auf. In Sindelfingen, Untertürkheim, Bremen, Berlin und Hamburg werden Tausende erwartet – allein in Bremen rechnet man mit 5.000 Teilnehmern.

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Der Grund: Rund 90.000 der 108.000 Beschäftigten sollen den sogenannten Transformationsbaustein (18,4 Prozent des Monatsentgelts) nicht wie geplant im Juli erhalten. Die Auszahlung wird auf 2027 verschoben. Zudem fordert der Vorstand Mehrarbeit bei gleichem Lohn. Mercedes-Benz verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Gewinnrückgang von 17,2 Prozent – nachdem der Gewinn 2025 bereits von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen war.

Auch Brauereien und Handel unter Druck

Die Krise erfasst längst andere Branchen. In Ostwestfalen stehen zwei Traditionsbrauereien vor dem Aus: Die Haus-Cramer-Gruppe will die Herforder Brauerei Ende August schließen (knapp 100 Stellen). Die Paderborner Brauerei mit 120 Beschäftigten soll verkauft werden – trotz eines Zukunftssicherungsvertrags bis Ende 2028. Die Mitarbeiter verzichteten dort bereits seit Mitte 2021 auf Tariferhöhungen.

Parallel dazu weitet sich der Tarifkonflikt im Handel aus. Verdi ruft für den 3. Juli zu bundesweiten Warnstreiks. Die Arbeitgeber bieten 2,4 Prozent mehr ab November 2026 – die Gewerkschaft fordert 7 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit.

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VW denkt um – Politik plant Reformen

Volkswagen erwägt eine strategische Neuausrichtung: Um bis zu 100.000 gefährdete Jobs weltweit zu stabilisieren, könnten künftig in China entwickelte Modelle in deutschen Werken wie Zwickau, Hannover oder Emden gebaut werden. Der Betriebsrat in Zwickau fordert dafür neue Modellzuweisungen.

Flankiert wird das von Arbeitsmarktreformplänen der schwarz-roten Koalition. Vorgesehen sind sachgrundlose Befristungen bis zu 48 Monaten (bis 2030), erleichterte Kündigungen für Hochverdiener ab knapp 15.000 Euro Monatsgehalt sowie steuerliche Anreize für Abfindungen bei schnellen Jobwechseln. Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden.

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