Mahle-Pakt, Beschäftigte

Mahle-Pakt: 4.000 Beschäftigte sichern Jobs bis 2029 ab

04.07.2026 - 01:40:13 | boerse-global.de

Mahle sichert Jobs bis 2029 durch Gehaltsverzicht, während Volkswagen einen radikalen Sparkurs mit möglichen Werksschließungen plant.

Deutsche Industrie: Mahle-Pakt, VW-Sparkurs und Mittelstands-Druck
Mahle-Pakt - Mitarbeiter in einer Fabrikumgebung, die sich die Hände schütteln und zusammenarbeiten, als Symbol für Arbeitsplatzsicherheit. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während einige Unternehmen wie Mahle noch Kompromisse mit der Belegschaft finden, drohen bei Volkswagen und Zulieferern massive Einschnitte.

Mahle erkauft sich Arbeitsplatzgarantie mit Gehaltsverzicht

Der Automobilzulieferer Mahle hat einen Pakt geschlossen: Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2029 an den Standorten Stuttgart und Kornwestheim. Der Preis dafür ist hoch. Rund 4.000 Beschäftigte verzichten auf die Tariferhöhung 2026, zudem kürzt das Unternehmen Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Eine vertragliche Sonderzahlung wird in zusätzliche freie Tage umgewandelt. Mahle-Chef Arnd Franz spricht von gestärkter Wettbewerbsfähigkeit, die IG Metall von einem schmerzhaften Kompromiss. Eine Ausstiegsklausel gibt es zum 31. Dezember 2028. Das Unternehmen wies für 2025 einen Umsatz von 11,26 Milliarden Euro bei einem Gewinn von 20 Millionen Euro aus.

Volkswagen vor radikalem Sparkurs

Beim Wolfsburger Autoriesen sieht die Lage düsterer aus. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten laut Berichten im Rahmen eines Sparkurses gestrichen werden. Als besonders gefährdet gelten die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm.

Der Betriebsrat hat bereits Widerstand angekündigt. Auch VW-Aufsichtsrätin Julia Willie Hamburg kritisiert die Pläne: Werksschließungen seien keine nachhaltige Strategie. Sie fordert Innovationen statt Kahlschlag. Bestehende Beschäftigungssicherungsverträge bis 2030 erschweren kurzfristige Kündigungen – sie wären mit hohen Strafzahlungen verbunden.

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Übernahmen und Verlagerungen setzen Mittelstand unter Druck

Die Atlas-Gruppe wechselt den Besitzer. Am 11. Juni 2026 übernahm Buhler Versatile das Unternehmen. Die IG Metall zeigt sich alarmiert: Bis zu 200 der 400 Arbeitsplätze an den Standorten Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta könnten wegfallen. Die behördliche Freigabe steht noch aus – sie ist an konkrete Personalmaßnahmen geknüpft.

Auch die Amann Group plant einen Umbau. Der Nähgarn-Hersteller verlagert zwischen Mitte 2026 und Ende 2028 Aufgaben vom deutschen Stammsitz in Bönnigheim und Erligheim ins Ausland. CEO Markus Nicolaus macht klar: Der Personalabbau lässt sich nicht allein durch natürliche Fluktuation bewältigen.

Rechtliche Fallstricke bei Massenentlassungen

Bei Betriebsänderungen rückt das Betriebsverfassungsgesetz in den Fokus. Interessenausgleich und Sozialplan sind Pflicht. Juristen warnen: Die Sozialauswahl nach Betriebszugehörigkeit, Lebensalter und Unterhaltspflichten ist eine häufige Fehlerquelle.

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Besonders heikel ist die Massenentlassungsanzeige. Fehler oder Versäumnisse führen zur Unwirksamkeit von Kündigungen – und sind nach aktueller Rechtsprechung kaum heilbar. Unternehmen setzen daher oft auf Punkteschemata. Parallel wird über Lockerungen des Kündigungsschutzes für Hochverdiener debattiert.

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