Mitgliederversammlung der Bundesinnung der Hörakustiker in Hannover: FachkrÀftesicherung und neue Technologien im Fokus
22.10.2024 - 13:17:20Wie im gesamten Handwerk gibt es auch in der Hörakustik - bedingt durch den demografischen Wandel - aktuell weniger Auszubildende als noch vor drei Jahren. "Dabei wird die Anzahl der zu versorgenden Menschen stetig zunehmen und die Arbeit wird uns nicht ausgehen", sagte Eberhard Schmidt, PrĂ€sident der Bundesinnung der Hörakustiker, mit Blick auf den FachkrĂ€ftebedarf fĂŒr die professionelle Hörsystemversorgung von Schwerhörigen in Zukunft. Wer den Beruf des Hörakustikers wĂ€hlt, entscheide sich fĂŒr ein hochmodernes Gesundheitshandwerk, das Mensch und Technik zusammenbringt.
Janine Otto, biha-VizeprĂ€sidentin und Hörakustiker-Meisterin, rief die Branche dazu auf, noch stĂ€rker fĂŒr ihren vielseitigen Gesundheitsberuf zu werben: "Unser Beruf ist groĂartig! Wir verĂ€ndern Leben. Jeden Tag geben wir Menschen die FĂ€higkeit zurĂŒck, zu hören." Ebenso betonte sie: "Es reicht nicht aus, dass wir selbst fĂŒr den Beruf 'brennen', wir mĂŒssen diese Begeisterung auch nach auĂen zu den jungen Menschen tragen." DafĂŒr erhielt sie groĂen Beifall aus dem Publikum.
Gastredner Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörsysteme-Industrie (BVHI) und GeneralsekretĂ€r der EuropĂ€ischen Vereinigung der Hörsystemhersteller (EHIMA), schilderte aktuelle Entwicklungen zum Thema kĂŒnstliche Intelligenz (KI) und fokussierte insbesondere die Interaktion zwischen KI und dem Hörakustiker-Handwerk. Der KI fehle es nicht nur an Empathie im Umgang mit den Kunden, ihr fehle es zudem an FlexibilitĂ€t, sich auf verĂ€ndernde und mitunter widersprĂŒchliche PrĂ€ferenzen bei der Hörsystemanpassung einzustellen. Um diese Defizite auszugleichen, bedĂŒrfe es der FachkrĂ€fte und vor allem der Auszubildenden. "Wir, die Hörsystemhersteller, sehen uns als Teil der Gleichung, die zur Lösung fĂŒhrt", betonte Zimmer.
Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk
In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zÀhlt zu den zehn hÀufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit rund 7.500 Hörakustiker-Betrieben und ca. 18.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.
Die VersorgungsqualitĂ€t im Bereich von Hörsystemen ist in Deutschland sehr gut, das bestĂ€tigt die gröĂte jemals von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgefĂŒhrte Versichertenbefragung zur Hörsystemversorgung in Deutschland. Rund 90 Prozent der Versicherten waren "sehr zufrieden" oder "zufrieden" mit der individuellen Versorgungssituation. Und das unabhĂ€ngig davon, ob der Versicherte eine mehrkostenfreie Versorgung gewĂ€hlt oder eine private Zuzahlung geleistet hat.
Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch fĂŒr die begleitende Feinanpassung mit wiederholten ĂberprĂŒfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen u.v.m. zustĂ€ndig.
Pressekontakt:
Michael Skwarciak, M.A. (biha), [email protected]
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