Manager-Stress, Burnout-Risiko

Manager-Stress: 70-Stunden-Woche und Burnout-Risiko an der Spitze

29.06.2026 - 13:24:50 | boerse-global.de

Ein Report zeigt die extreme Belastung deutscher Top-Manager. Experten setzen auf KI-Entlastung und trainierbare Resilienz gegen Burnout.

Manager unter Druck: 70-Stunden-Woche und neue Resilienz-Strategien
Manager-Stress - Ein nachdenklicher deutscher CEO sitzt in einem modernen Büro bei Sonnenuntergang und symbolisiert den Umgang mit Dauerstress in der Wirtschaft. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein heute veröffentlichter Bericht zeigt: Top-Manager wie Leonhard Birnbaum oder Bettina Orlopp arbeiten an der Belastungsgrenze – und entwickeln Strategien, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.

70-Stunden-Woche als Normalität

Der Arbeitsalltag deutscher Vorstandsvorsitzender ist extrem getaktet. Eon-Chef Leonhard Birnbaum berichtet von durchschnittlich 70 Stunden pro Woche. Sein Trick: den Sonntagmorgen für konzentriertes Arbeiten nutzen, um der täglichen Terminflut zu entgehen.

Ähnlich unter Druck stehen Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, Hensoldt-CEO Oliver Dörre und Bearingpoint-Chefin Iris Grewe. Die Belastung ist kein Einzelfall, sondern System.

Christina Puello von Deutsche Dienstrad setzt dagegen auf Technik. Eine KI-Assistentin soll administrative Prozesse verschlanken und Freiräume für strategische Aufgaben schaffen.

KI als Helfer – und Risiko

Die Entwicklung findet vor dem Hintergrund einer breiteren KI-Debatte statt. Der Forscher Stuart Russell mahnte heute bei einer Münchner Fachkonferenz zur Vorsicht. Gleichzeitig betonte er den Wert von gesundem Menschenverstand im Umgang mit leistungsfähigen Systemen.

Dass die Gesundheit der Unternehmensführung direkt mit wirtschaftlichem Erfolg zusammenhängt, belegt eine Studie der Boston Consulting Group. Ein Burnout auf CEO-Ebene kann demnach das gesamte Unternehmen lähmen.

Resilienz ist trainierbar

Hirnforscher Volker Busch leitet seit 15 Jahren eine Stressambulanz an der Universitätsklinik Regensburg. Sein Fazit: Resilienz ist keine statische Eigenschaft, sondern trainierbar. Er plädiert für das Konzept der Stressimpfung statt reiner Vermeidung.

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Die Idee: sich kontrollierten Belastungen aussetzen, um die psychische Widerstandskraft zu stärken. Eine US-Studie aus 2025 stützt zudem die These, dass Selbstmitgefühl gegen Überlastungserscheinungen hilft.

Besonders junge Führungskräfte tun sich schwer mit Stressoren. Die Forschung beobachtet bereits in frühen Karrierestufen Überforderungsgefühle.

Druck in der gesamten Arbeitswelt

Das Problem betrifft nicht nur die Chefetagen. Eine gestern veröffentlichte Umfrage zeigt: Sechs von zehn Beschäftigten stehen bereits vor dem Urlaub unter erhöhtem Druck. Durchschnittlich fallen acht zusätzliche Arbeitsstunden für die Vorbereitung an.

Nach der Rückkehr sieht es ähnlich aus. Zwei Drittel der Arbeitnehmer waren im vergangenen Sommerurlaub dienstlich erreichbar.

Externe Faktoren verschärfen die Lage: geopolitische Spannungen, drastische Preissteigerungen bei Technologieprodukten durch höhere Speicherchip-Kosten. Und dann war da noch die extreme Hitze.

Am 27. Juni meldete der Deutsche Wetterdienst mit 41,5 Grad in Sachsen-Anhalt einen neuen Temperaturrekord. Die Folge: Einschränkungen im Reiseverkehr und bei der Infrastruktur – zusätzlicher Stress für alle.

Beratungsbranche im Umbruch

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Auch die Beratungsbranche stellt sich neu auf. Branchenbeobachter prognostizieren für dieses Jahr ein selektiveres Wachstum. In regulierten Sektoren wie Energie oder Gesundheit bleibt die Nachfrage hoch.

Gleichzeitig wandeln sich Geschäftsmodelle durch KI grundlegend. Kritik gibt es dennoch: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen bleibt in der Beratungsbranche hinter den Erwartungen zurück.

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