Maschinenverordnung: Neue Sicherheitsstandards ab Januar 2027 verpflichtend
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Absicherung kritischer Infrastrukturen wird zum Milliardenmarkt. Bahnbetreiber, Robotik-Hersteller und Automatisierungsfirmen investieren Millionen in Security-Zertifikate.
100-Millionen-Deal für sichere Bahn-Kommunikation
Kontron Transportation hat einen Rahmenvertrag mit einem europäischen Bahnbetreiber verlängert. Das Auftragsvolumen: knapp 100 Millionen Euro. Der Deal umfasst Wartung und Sicherheit von Kommunikationssystemen – bis 2035, mit Option auf Verlängerung bis 2040.
Im Kern geht es um die Migration von GSM-R-Netzen auf den neuen Standard FRMCS (Future Railway Mobile Communication System). Der Technologiewechsel erfordert umfangreiche IT-Sicherheitsmaßnahmen. Nur so bleibt die Kommunikation im Schienenverkehr dauerhaft geschützt.
Robotik und Automatisierung: Neue Sicherheitsniveaus
Panasonic Industry hat die Zertifizierung nach IEC 62443-4-1 erhalten. Der TÜV SÜD bestätigte dem Unternehmen Ende 2025 einen sicheren Lebenszyklus bei der Produktentwicklung. Als Reaktion auf den EU Cyber Resilience Act (CRA) gibt es jetzt ein Portal für Produktsicherheit mit Infos zu Schwachstellen.
Noch einen Schritt weiter geht Kuka: Der Roboterhersteller ist der erste in seinem Segment, der für sein System iiQKA.OS2 die Zertifizierung nach Security Level 2 der Norm IEC 62443-4-2 bekommen hat. Das System erfüllt zudem die Anforderungen der EN ISO 10218-1:2025 und bereitet das Unternehmen auf die kommende EU-Maschinenverordnung vor.
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Zeitdruck durch EU-Verordnungen
Die EU-Maschinenverordnung (2023/1230) wird ab dem 20. Januar 2027 verpflichtend. Experten des TÜV SÜD warnen vor erheblichen Herausforderungen. Das Problem: Relevante Normen wie die EN 50742 sind noch im Entwurfsstadium. Auch die Überarbeitung der Risikobewertungsnorm und Verzögerungen bei der Harmonisierung anderer Standards erschweren die Umsetzung.
Der EU Cyber Resilience Act tritt schrittweise in Kraft. Grundlegende Teile gelten bereits seit Ende 2024, die vollständige Anwendung ist für Ende 2027 vorgesehen. Hersteller müssen Cybersicherheit dann über den gesamten Produktlebenszyklus garantieren.
Über die Branchengrenzen hinaus
Der Trend zur Zertifizierung erfasst immer mehr Sektoren. Der Prepreg-Spezialist CIC meldete im Juli 2026 den erfolgreichen Abschluss einer EN-9100-Zertifizierung – ein wichtiger Schritt für die Position in Verteidigung und Luftfahrt.
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Im Energiesektor setzt der belgische Versorger Luminus auf eine Plattform von Rockwell Automation. Sie soll Konformität mit IEC 62443 und der NIS2-Richtlinie herstellen. Und der VDE-Verlag bietet mittlerweile spezifische Leitfäden für Gefährdungsbeurteilungen an – angesichts der komplexen rechtlichen Verantwortlichkeiten ein wachsendes Bedürfnis.
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