Medienrechtler: KI-Entwurf könnte EU-Debatte beeinflussen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSCole auch Impulse fĂŒr neue Regeln auf europĂ€ischer Ebene geben. Die BundeslĂ€nder beschĂ€ftigten sich in ihrem Entwurf bereits mit Fragen rund um KĂŒnstliche Intelligenz und journalistische Inhalte, die auch fĂŒr die europĂ€ische Medienregulierung eine Rolle spielen dĂŒrften.
Die LĂ€nder wollen mit dem neuen Staatsvertrag die Medienregulierung stĂ€rker auf die digitale Medienwelt ausrichten. Dabei geht es unter anderem darum, wie journalistische Angebote auf Plattformen sichtbar bleiben und welche Regeln fĂŒr KI-Angebote gelten sollen. Derzeit lĂ€uft dazu eine öffentliche Anhörung.
Cole verwies bei einem Webinar des Instituts fĂŒr EuropĂ€isches Medienrecht (EMR) darauf, dass auch auf EU-Ebene neue Regeln fĂŒr den Medienbereich vorbereitet werden. Bei der geplanten Reform der europĂ€ischen Richtlinie ĂŒber audiovisuelle Mediendienste spiele bislang allerdings keine gröĂere Rolle, wie sich die zunehmende Nutzung von KI auf journalistische Inhalte und deren Wahrnehmung auswirke.
Es handelt sich um einen Diskussionsentwurf
Der deutsche Entwurf greife solche Fragen bereits auf. Er könne, wenn er verabschiedet werde, "auch Impulse nach BrĂŒssel geben und nicht nur Impulse aus BrĂŒssel, die dann umzusetzen sind", sagte Cole. Bei den geplanten Regeln zur Sichtbarkeit bestimmter journalistischer Inhalte gingen die deutschen VorschlĂ€ge bei den konkreten Lösungen aus seiner Sicht sogar weiter als das, was derzeit auf europĂ€ischer Ebene diskutiert werde.
Der Entwurf fĂŒhrt unter anderem sogenannte "KI-Informationssysteme" als neue Kategorie ein. Gemeint sind Angebote, die Inhalte Dritter nutzen und daraus automatisiert neue Inhalte fĂŒr ihre Nutzer erstellen. FĂŒr sie sollen eigene medienrechtliche Vorgaben gelten.
Noch handelt es sich um einen Diskussionsentwurf. Bis zum 13. November können VerbĂ€nde, Unternehmen und andere Interessierte Stellung nehmen. Anfang 2027 sollen die RĂŒckmeldungen ausgewertet werden. Nach Angaben der LĂ€nder dĂŒrfte sich an den VorschlĂ€gen bis dahin noch einiges Ă€ndern.

