Strafverfolger fordern GefĂ€ngnis fĂŒr frĂŒhere VW-Manager
25.04.2025 - 18:14:51Fast zehn Jahre nach dem Auffliegen der Dieselmanipulationen bei Volkswagen will die Staatsanwaltschaft GefĂ€ngnisstrafen fĂŒr aus ihrer Sicht zentral Verantwortliche des Skandals. FĂŒr drei der vier Angeklagten reicht nach Ăberzeugung der Strafverfolger BewĂ€hrung nicht aus, wie sie in ihrem SchlussplĂ€doyer deutlich machten. Die frĂŒheren Manager und Ingenieure seien des Betruges schuldig.
Einen langjĂ€hrigen Leiter der VW-Antriebstechnik, einen ehemaligen Entwicklungschef der Kernmarke VW und einen frĂŒheren Hauptabteilungsleiter der Dieselmotoren-Entwicklung bezeichnete die Braunschweiger Staatsanwaltschaft als TĂ€ter und forderte drei beziehungsweise vier Jahre GefĂ€ngnis. In einem ehemaligen Abteilungsleiter fĂŒr die Diesel-Abgasreinigung sehen die AnklĂ€ger eher einen Gehilfen, der zu zwei Jahren auf BewĂ€hrung verurteilt werden sollte.
StaatsanwĂ€lte sehen Angeklagte als ĂŒberfĂŒhrt anÂ
Die vier Angeklagten stehen seit September 2021 vor der Wirtschaftsstrafkammer in der niedersĂ€chsischen Stadt. In dem mehr als vierstĂŒndigen AbschlussplĂ€doyer vom Freitag bezeichneten die StaatsanwĂ€lte die MĂ€nner des Betruges mit manipulierter Software in Millionen Autos ĂŒberfĂŒhrt.Â
Drei der Angeklagten seien fĂŒr einen Schaden von 3,15 Milliarden Euro und 3,65 Millionen betroffene Autos verantwortlich. Weil der vierte Angeklagte erst spĂ€ter hinzukam, beschrĂ€nken sich die Zahlen fĂŒr ihn auf 1,14 Milliarden Euro und 1,49 Millionen betroffene Fahrzeuge. Diese stieĂen auf der StraĂe ein Vielfaches der erlaubten Werte fĂŒr schĂ€dliche Stickoxide aus.
Auffliegen des Skandals vor fast zehn JahrenÂ
Der Auslöser fĂŒr dieses riesige Verfahren ist mittlerweile fast zehn Jahre her: Im September 2015 war in den USA bekanntgeworden, dass VW in groĂem MaĂstab ein TĂ€uschungsprogramm eingesetzt hatte, das Abgastests erkannte und nur dann die volle Reinigung der Emissionen aktivierte.
Der Skandal wurde weltweit als «Dieselgate» bekannt und stĂŒrzte den Wolfsburger Autobauer in eine tiefe Krise. Die Folge waren unzĂ€hlige Prozesse und Kosten, die der Konzern mit mehr als 30 Milliarden Euro beziffert.Â
UrsprĂŒnglich geplant war, dass der frĂŒhere Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn mit auf der Anklagebank sitzt. Sein Verfahrensteil wurde aber schon vor dem Auftakt im September 2021 aus gesundheitlichen GrĂŒnden abgetrennt. Zum Auftakt seines eigenen Verfahrens im September 2024 bestritt er die VorwĂŒrfe und wies jegliche Schuld an der DieselaffĂ€re zurĂŒck. Nach einem Unfall wurde der Strafprozess gegen ihn aber erneut verschoben.Â
PlÀdoyers der Verteidiger erwartet
Der Prozess gegen die vier die frĂŒheren Manager und Ingenieure soll am 5. Mai (10.30 Uhr) fortgesetzt werden. Ab dann sind die Verteidiger mit ihren PlĂ€doyers dran, die auch jeweils mehrere Stunden in Anspruch nehmen sollen.


