Studie: AuslĂ€nderinnen könnten FachkrĂ€ftelĂŒcke verkleinern
03.01.2026 - 04:30:08Arbeitslose, auslĂ€ndische Frauen können wesentlich dazu beitragen, den FachkrĂ€ftemangel in Deutschland spĂŒrbar zu reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Kompetenzzentrums FachkrĂ€ftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft. Die rund 530.000 betroffenen Frauen sollten schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden, sagte Studienautorin Lydia Malin.Â
Die Expertin sieht ein groĂes Potenzial - auch fĂŒr Engpassberufe wie die Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Kinderbetreuung und -erziehung. Da AuslĂ€nderinnen durchschnittlich jĂŒnger sind als deutsche Frauen, könnten sie zudem dazu beitragen, die Folgen des demografischen Wandels abzumildern. Laut Studie waren 2024 mehr als 40 Prozent aller Arbeitnehmerinnen in Deutschland in Berufen beschĂ€ftigt, die vom FachkrĂ€ftemangel betroffen sind. Insgesamt sind hierzulande etwa 1,3 Millionen Frauen arbeitslos, wie das Kofa berichtet.
Viele Frauen suchen nach Job, fĂŒr den sie ĂŒberqualifiziert sind
Unternehmen empfiehlt die Studie, auslĂ€ndische Frauen gezielt anzusprechen und zu fördern. Neben Teilzeit sei es sinnvoll, flexible Regelungen fĂŒr Arbeitszeit und -ort sowie eine UnterstĂŒtzung bei der Kinderbetreuung anzubieten. Der Wunsch nach reduzierter Stundenzahl ist unter arbeitslosen Frauen stark ausgeprĂ€gt. Etwa ein Drittel strebt dies an - meist wegen familiĂ€rer Verpflichtungen.Â
Der Untersuchung zufolge suchen auslĂ€ndische Frauen hĂ€ufig in Berufen mit FachkrĂ€ftemangel nach Stellen - oft jedoch nach TĂ€tigkeiten, fĂŒr die sie formal ĂŒberqualifiziert sind. Dabei verfĂŒgen sie vielfach ĂŒber eine abgeschlossene berufliche oder akademische Ausbildung. GrĂŒnde seien etwa nicht anerkannte AbschlĂŒsse oder die Schwierigkeit, eine TĂ€tigkeit im erlernten Beruf mit Betreuungspflichten zu vereinbaren.
Auch in Engpassberufen wie im Verkauf, der Buchhaltung oder bei medizinischen Fachangestellten gibt es Malin zufolge viele AuslĂ€nderinnen, die durch eine gezielte Ansprache und Förderung zur FachkrĂ€ftesicherung beitragen können. Die Expertinnen raten Arbeitgebern zu prĂŒfen, ob die Qualifikation auch ohne formalen Abschluss fĂŒr eine Fachkraftstelle reicht - gegebenenfalls mit einer zusĂ€tzlichen Fortbildung oder Nachqualifizierung. «In einigen Berufen könnten die FachkrĂ€ftelĂŒcken ganz geschlossen oder zumindest deutlich reduziert werden», so Malin.


