Neue UN-Strategien im Kampf gegen MenschenhÀndler
22.04.2024 - 19:50:51Das UN-BĂŒro fĂŒr Drogen- und VerbrechensbekĂ€mpfung (UNODC) in Wien will diesen Formen der KriminalitĂ€t deshalb mit neuen Strategien begegnen, die am Montag vorgestellt wurden.
"In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es ziemlich viel Optimismus, dass wir den Kampf gegen Menschenhandel und Schleuser weltweit gewinnen könnten", sagte UNODC-Experte Ilias Chatzis in einer Pressekonferenz. Doch Kriege, groĂe Migrationbewegungen, wachsende Online-KriminalitĂ€t, die Coronakrise und der Klimawandel hĂ€tten diese BemĂŒhungen erschwert. "Die erzielten Fortschritte sind heute in Gefahr", sagte er.
Das UNODC möchte in Zukunft einen stĂ€rkeren Fokus auf die organisierten KriminalitĂ€t und ihre Rolle im Menschenhandel und -schmuggel legen. Dabei sollten GeldflĂŒsse als wichtige Spuren verfolgt werden, sagte Chatzis. Laut dem Experten sind weltweit neun von zehn verurteilten MenschenhĂ€ndlern dem organisierten Verbrechen zuzuordnen. Weiter soll der Kampf gegen den Handel mit Kindern zur PrioritĂ€t werden, da etwa ein Drittel der Opfer minderjĂ€hrig seien.
MenschenhĂ€ndler beuten ihre Opfer fĂŒr Zwangsarbeit, Sexarbeit, KriminalitĂ€t, Organhandel oder Leihmutterschaft aus. Schleuser bringen hingegen Migranten fĂŒr hohe Summen auf illegalen und oft riskanten Routen in andere LĂ€nder. Das UNODC will in Zukunft die Schnittpunkte zwischen diesen zwei unterschiedlichen Verbrechensarten verstĂ€rkt unter die Lupe nehmen und Migranten besser vor MenschenhĂ€ndlern schĂŒtzen. Als positives Beispiel hob Chatzis den Ukraine-Konflikt hervor: Der erwartete Anstieg von Menschenhandel unter ukrainischen GeflĂŒchteten sei nicht eingetreten, weil ihnen AufnahmelĂ€nder Sozialhilfe, Arbeitsmöglichkeiten und Schutz geboten hĂ€tten. "In diesem Fall hat die internationale Gemeinschaft das Richtige zur rechten Zeit getan", sagte der UNODC-Vertreter.

