Mercedes-Benz steigert Gewinn auf 1,52 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMercedes-Absatz und Quartalswerte
- Mercedes-Benz steigerte das Konzernergebnis im dritten Quartal von 1,19 auf rund 1,52 Milliarden Euro.
- Der Umsatz sank von 32,15 auf 30,7 Milliarden Euro, während das Ebit auf 1,77 Milliarden Euro stieg.
- Der Absatz fiel insgesamt um acht Prozent auf 407.200 Pkw, in China sogar um 31 Prozent.
Mercedes-Benz steigert Gewinn trotz Absatzrückgang
Mercedes-Benz hat im dritten Quartal den Gewinn um rund 28 Prozent auf etwa 1,52 Milliarden Euro gesteigert. Der Autobauer aus Stuttgart verkaufte zugleich weniger Fahrzeuge und senkte zuvor seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr.
Gewinn steigt von niedrigem Vorjahresniveau
Das Konzernergebnis lag von Juli bis September bei rund 1,52 Milliarden Euro nach 1,19 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damals hatten unter anderem hohe Sonderbelastungen für den Stellenabbau das Ergebnis gedrückt.
Der Umsatz sank um 4,5 Prozent von 32,15 Milliarden Euro auf 30,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich dagegen auf 1,77 Milliarden Euro nach 750 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
China belastet Jahresausblick
Mercedes hatte am Dienstag seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr gesenkt. Das Unternehmen verwies auf ein zunehmend schwieriges Umfeld in China und höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern im Konzern soll nun nur noch das Niveau des Vorjahres erreichen. Zuvor hatte Mercedes mit einem deutlicheren Anstieg gerechnet.
Absatz sinkt weltweit
Im dritten Quartal verkaufte Mercedes insgesamt 407.200 Pkw und damit acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China brach der Absatz um 31 Prozent ein.
Außerhalb Chinas legte der Absatz dagegen um ein Prozent zu. Die Verkäufe batterieelektrischer Pkw stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 61 Prozent.
Mercedes-Benz steht trotz des Gewinnanstiegs im dritten Quartal unter erheblichem Druck. Der Konzern hatte seine Jahresprognose bereits am Vortag gesenkt und für 2026 nur noch ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Zuvor war ein deutlicher Zuwachs erwartet worden.
Besonders belastend ist die Entwicklung in China. Dort treffen deutsche Premiumhersteller auf eine schwache Nachfrage und einen intensiven Wettbewerb mit lokalen Anbietern, die bei Elektroautos und Preisen stark aufholen. Mercedes verzeichnete im dritten Quartal in China einen Absatzrückgang von 31 Prozent. Der Rückgang zeigt, dass die Probleme nicht nur einzelne Modelle betreffen, sondern das zentrale Marktumfeld.
Elektroautos als Lichtblick
Der starke Zuwachs bei batterieelektrischen Pkw deutet zugleich auf einen gegenläufigen Trend hin. Die Elektromobilität wächst bei Mercedes, kann die Einbußen im chinesischen Gesamtgeschäft aber bislang nicht ausgleichen. Außerhalb Chinas stieg der Absatz leicht, während der weltweite Pkw-Absatz zurückging.
Für Kunden und Beschäftigte bleibt entscheidend, wie der Konzern auf die schwächere Nachfrage und die höheren Materialkosten reagiert. Die nächsten Quartale dürften zeigen, ob neue Elektro- und Premiummodelle die Marktposition stabilisieren und ob Mercedes seine Kosten dauerhaft senken kann. Für Anleger rückt neben dem Gewinn deshalb besonders die Entwicklung von Absatz, Marge und China-Geschäft in den Mittelpunkt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Mercedes-Benz senkt Gewinnprognose für 2026 wegen Problemen in China“ (27.10.2026)
Der Beitrag ordnet die Prognosesenkung in die schwierige Lage deutscher Autobauer ein und nennt China sowie steigende Materialkosten als Belastungen. Zusätzlich hebt er die erwartete operative Stagnation und den Kursrückgang der Aktie hervor.
Frankfurter Rundschau: „Mercedes-Benz schockt mit Prognose-Senkung: China-Geschäft bricht ein, Kosten explodieren“ (27.10.2026)
Der Artikel konzentriert sich auf die Folgen für Marge, operatives Ergebnis und freien Mittelzufluss. Er bestätigt die Belastung durch China und höhere Kosten, setzt aber einen stärkeren Schwerpunkt auf Finanzkennzahlen und die am Mittwoch erwarteten Detailzahlen.
Beide Beiträge betonen die eingetrübten Jahresaussichten und den Druck im China-Geschäft. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung: Während Euronews den Branchenvergleich und die Börsenreaktion hervorhebt, rückt die Frankfurter Rundschau die operative Marge und den Mittelzufluss in den Vordergrund.
