Mercedes-Konflikt, Beschäftigte

Mercedes-Konflikt: 90.000 Beschäftigte protestieren gegen Bonus-Verschiebung

01.07.2026 - 20:11:02 | boerse-global.de

Gewerkschaft protestiert gegen verschobene Boni und höhere Leistungsanforderungen bei Mercedes-Benz. Der Autobauer kämpft mit massivem Gewinneinbruch.

IG Metall ruft zu Protesten gegen Mercedes-Sparkurs auf
Mercedes-Konflikt - Protestschild mit einer Faust, gehalten von einem Arbeiter in einer Autofabrik, verschwommene Produktionslinie im Hintergrund. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft IG Metall hat am heutigen Mittwoch zu landesweiten Protesten gegen den Sparkurs bei Mercedes-Benz aufgerufen. Grund ist eine geplante Produktivitätsoffensive der Konzernleitung.

Verschiebung von Sonderzahlungen sorgt für Zündstoff

Im Kern des Konflikts steht der sogenannte Transformationsbaustein – eine Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts. Rund 90.000 der 108.000 Beschäftigten sollen diese Zahlung nicht wie geplant im Juli erhalten. Der Vorstand will die Ausschüttung auf 2027 verschieben.

Zusätzlich fordert die Konzernleitung von der Belegschaft mehr Leistung bei gleichem Lohn. Begründung: Die Kosten müssten drastisch sinken, um die Wettbewerbsfähigkeit des Stuttgarter Autobauers zu sichern.

Gewinn eingebrochen – Druck auf Vorstand steigt

Die Sparmaßnahmen sind Teil des bereits 2025 gestarteten Programms „Next Level Performance“. Die Geschäftszahlen zeigen, warum der Druck so groß ist: Im Jahr 2025 brach der Gewinn von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro ein – eine Halbierung.

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Auch 2026 läuft es schlecht. Das Konzernergebnis fürs erste Quartal lag 17,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Vorstand spricht von einer dramatischen Lage, die eine Neuausrichtung der Kostenstrukturen erzwinge.

Proteste an zwölf Standorten geplant

Die IG Metall und die Betriebsratsvorsitzenden Ergun Lümali und Michael Häberle kritisieren das Vorgehen scharf. Sie werfen dem Vorstand vor, die Lasten einseitig auf die Beschäftigten abzuwälzen. Die Maßnahmen seien ein falsches Signal und zeugten von Einfallslosigkeit.

Für Freitag sind koordinierte Protestkundgebungen angekündigt – an den Hauptwerken in Sindelfingen und Untertürkheim sowie in Rastatt, Kuppenheim, Bremen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Ludwigsfelde und Germersheim. Eine digitale Kundgebung soll auch mobil arbeitende Beschäftigte einbinden.

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Die Forderungen: Erhalt der Sozialstandards, Schutz der Arbeitsplätze, Einhaltung der 35-Stunden-Woche und der vertraglich zugesicherten Bonuszahlungen und Standortgarantien.

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