Mercedes-Protest, BeschÀftigte

Mercedes-Protest: 33.000 BeschÀftigte gegen Erhöhung auf 40-Stunden-Woche

05.07.2026 - 11:22:41 | boerse-global.de

Zehntausende Mercedes-BeschÀftigte demonstrieren gegen die geplante ArbeitszeitverlÀngerung. Der Konflikt um das Sparprogramm eskaliert.

Mercedes-Mitarbeiter protestieren gegen 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich
Mercedes-Protest - Arbeiterprotest vor einem modernen Automobilwerk. Eine Menschenmenge von Fabrikarbeitern demonstriert mit Plakaten. 05.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die IG Metall sprach von ĂŒber 33.000 Teilnehmern, das Unternehmen zĂ€hlte rund 16.000.

Massenproteste an zentralen Standorten

Die Schwerpunkte lagen in Baden-WĂŒrttemberg und Bremen. Allein in Sindelfingen versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 20.000 Menschen – das Unternehmen spricht von 10.000. In Bremen beteiligten sich rund 4.000 BeschĂ€ftigte an den Kundgebungen, in Rastatt etwa 2.000. Auch im Werk Hamburg protestierten rund 300 Mitarbeiter, was die Produktion zeitweise verlangsamte.

Der Unmut richtet sich gegen die Absicht des Managements, die seit 31 Jahren bestehende 35-Stunden-Woche auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich zu erhöhen. Gesamtbetriebsratschef Ergun LĂŒmali bezeichnete die PlĂ€ne als „Angriff auf geltende TarifvertrĂ€ge und den Sozialstaat“. Die BeschĂ€ftigten dĂŒrften nicht fĂŒr strategische Fehlentscheidungen der FĂŒhrung verantwortlich gemacht werden. UnterstĂŒtzung kam von Kollegen bei BMW und Audi.

Sparprogramm und wirtschaftlicher Druck

Hintergrund des eskalierten Konflikts ist ein umfassendes Sparprogramm: Mercedes-Benz will die Produktionskosten bis 2027 um 10 Prozent senken. Vorstandsmitglied Britta Seeger verteidigte die PlĂ€ne: Die Kosten pro Arbeitsstunde mĂŒssten sinken, um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben. Auch Aufsichtsratschef BrudermĂŒller fordert die RĂŒckkehr zur 40-Stunden-Woche.

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ZusĂ€tzlich sorgt eine verschobene Sonderzahlung fĂŒr Unmut. Rund 90.000 BeschĂ€ftigte sollten im Juli 18,4 Prozent eines Monatsgehalts erhalten – das Unternehmen hat die Zahlung nun auf 2027 verschoben. Der Betriebsrat wurde laut Berichten vorab nicht informiert.

Die wirtschaftlichen Kennzahlen des ersten Quartals 2026 zeigen den Druck. Der Konzerngewinn sank um 17 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) ging um 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurĂŒck, die Umsatzrendite lag bei 5,7 Prozent. Zudem soll die Produktion der kleineren G-Klasse nach Ungarn verlagert werden.

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Krise der Automobilindustrie

Die Situation bei Mercedes steht im Kontext einer allgemeinen Branchenkrise. Seit 2019 wurden bereits rund 111.000 Stellen abgebaut. WĂ€hrend Konkurrenten wie Volkswagen massiv Stellen streichen und sogar Werksschließungen prĂŒfen, wĂ€hlt Mercedes-Chef Ola KĂ€llenius mit der Forderung nach lĂ€ngeren Arbeitszeiten einen konfrontativen Kurs.

Die IG Metall hat weitere Proteste angekĂŒndigt und spricht von einem „heißen Sommer“. Die nĂ€chste große Aktion bei Mercedes ist fĂŒr den 9. Juli in Stuttgart geplant. Zudem will die Gewerkschaft die Proteste auf andere Unternehmen wie Volkswagen ausweiten.

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