Merz sieht keinen Handelskrieg mit China - 'wollen fairen Handel'
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 11:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMerz sagte beim "Berlin Global Dialogue", die EU sehe sich mit unfairen Praktiken konfrontiert. "Und darĂŒber mĂŒssen wir sprechen." Dies sei aber nicht der Beginn eines "Handelskriegs" mit China. "Wir suchen nach friedlichen Lösungen, doch die Grundvoraussetzung dafĂŒr ist fairer Handel."
Ziel sei ein "neues Gleichgewicht" im Handel mit China, sagte Merz. China sei fĂŒr viele Unternehmen in Deutschland von groĂer Bedeutung. Die EU wolle ihre Interessen wahren. Sie wolle nicht zwangslĂ€ufig von einem "Werkzeugkasten" Gebrauch machen. "Wir sind jedoch bereit, uns gegen unfaire Praktiken zu verteidigen."
Merz nannte mit Blick auf China ĂberkapazitĂ€ten, hohe Subventionen im Automobilsektor und anderen Bereichen sowie eine kĂŒnstlich unterbewertete WĂ€hrung.
Neue Instrumente geplant
In der vergangenen Woche hatten die EU-Spitzen beschlossen, den Kampf gegen unfaire Handelspraktiken von LÀndern wie China zu verstÀrken. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten forderten bei einem Gipfeltreffen die EuropÀische Kommission auf, dringend neue Instrumente gegen Ungleichgewichte zu entwickeln. Gleichzeitig soll die Behörde unter der Leitung von Ursula von der Leyen die vorhandenen EU-Instrumente wirksam nutzen und den Dialog fortsetzen.
FĂŒr die Aufforderung an die Kommission hatten zuvor vor allem Merz und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron geworben. Sie sprechen sich fĂŒr ein neues Instrument aus, das eine entschlossene Reaktion ermöglicht, wenn Drittstaaten durch politische oder wirtschaftliche Mittel schwere und systematische Verzerrungen des EU-Binnenmarkts verursachen. DafĂŒr soll die Kommission den Zugang zum EU-Binnenmarkt regulieren können. China reagierte zurĂŒckhaltend.
Merz sagte in Berlin mit Blick auf China, die EU sei ein offener Markt und wolle offen bleiben. Darin liege der Unterschied zwischen Europa und den USA. Der US-Markt sei fĂŒr die meisten chinesischen Unternehmen und staatlich gelenkten Akteure verschlossen.
Vor zwei Wochen hatte China eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos nach Europa akzeptiert. Die Lieferungen in die EuropĂ€ische Union könnten dadurch um mehr als die HĂ€lfte zurĂŒckgehen, erklĂ€rte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach Verhandlungen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao in Peking. Die VerstĂ€ndigung könnte fĂŒr die deutschen Autobauer den Druck durch die chinesische Konkurrenz etwas lindern.
