Meta-Überwachung: Tool erfasst Tastatureingaben von 500+ Mitarbeitern
30.05.2026 - 06:16:36 | boerse-global.deDie Software „Model Capability Initiative“ (MCI) zeichnet die Computeraktivitäten von Mitarbeitern auf – und erfasst dabei auch Kommunikation aus Europa. Datenschutzorganisationen sehen darin einen klaren Verstoß gegen die DSGVO.
KI-Training auf Kosten der Privatsphäre
Das MCI-Tool sammelt Daten aus über 200 Anwendungen und Webseiten auf den Rechnern der Beschäftigten. Meta bestätigt: Das System zeichnet den Inhalt von E-Mails und Direktnachrichten auf, die an US-Mitarbeiter gesendet werden – unabhängig vom Standort des Absenders. Schickt also ein europäischer Kollege oder externer Partner eine Nachricht in die USA, landet diese womöglich in der Datenbank.
Anzeige: Wer die DSGVO-Risiken durch Mitarbeiterüberwachung und KI-Training in seinem Unternehmen minimieren will, findet im Report die wichtigsten Handlungshebel – von der Zweckbindung bis zum Recht auf Vergessenwerden. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Doch damit nicht genug. Interne Analysen von Mitarbeitern zeigen, dass die Überwachung weit darüber hinausgeht. MCI protokolliert demnach Mausbewegungen, Tastatureingaben, Klicks und Bildschirmfotos. Auch sensible Daten wie Zwischenablage-Inhalte, URLs und Code-Änderungen werden erfasst. Sogar Hardware-Daten wie Schlaf- und Aufwachzyklen der Computer landen im System.
Grundlegender Konflikt mit der DSGVO
Die Datenschutzorganisation NOYB („None of Your Business“) hat bereits Alarm geschlagen. Sie sieht gleich mehrere Verstöße gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Besonders problematisch: das Prinzip der Zweckbindung und die fehlende Rechtsgrundlage für die Erfassung von EU-Bürgerdaten.
Meta hat der irischen Datenschutzkommission (DPC) mitgeteilt, dass das Tool nicht primär auf EU-Mitarbeiter abziele. Das Problem: Einmal erfasst, werden die Daten von einzelnen Personen entkoppelt. Laut Meta macht genau diese Anonymisierung eine Löschung auf Anfrage unmöglich – ein direkter Widerspruch zum Recht auf Vergessenwerden aus der DSGVO.
Anzeige: Datenschutzbeauftragte, die bereits unkontrollierte Datenweitergabe an US-Konzerne befürchten, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan für Widerspruch und Löschung – bevor die DPC prüft. Dieser Report liefert Muster-Widerspruch und 3-Schritte-Plan. Muster-Widerspruch jetzt sichern
Belegschaft wehrt sich
Intern brodelt es gewaltig. Über 500 Mitarbeiter haben eine Petition gegen die massive Datensammlung für das KI-Training unterschrieben. Einige Beschäftigte bezeichnen das Projekt intern als „Extraktionsfabrik für Mitarbeiterdaten“.
Die Stimmung kippte weiter, als ein interner Beitrag zum Thema plötzlich von den Unternehmensplattformen verschwand. Der Irish Council for Civil Liberties (ICCL) fordert nun eine formelle Untersuchung durch die irische DPC. Meta beteuert derweil, die gesammelten Daten dienten ausschließlich dem Training von KI-Modellen – nicht der individuellen Leistungsbewertung. Ob das die europäischen Datenschützer überzeugt, darf bezweifelt werden.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
