Meta-Verfahren: EU droht bis zu 12 Milliarden Euro Strafe
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach vorläufigen Ermittlungen bergen die Benutzeroberflächen und Algorithmen erhebliche Suchtrisiken – besonders für Kinder und Jugendliche. Dem Konzern drohen Milliardenstrafen.
Kritik an Design und Algorithmen
Im Fokus stehen Funktionen, die die Verweildauer maximieren sollen. Die EU-Kommission bemängelt das „endlose Scrollen“ (Infinite Scroll), bei dem Inhalte ohne Unterbrechung nachgeladen werden. Auch die Autoplay-Funktion von Videos sowie personalisierte Empfehlungen und Push-Benachrichtigungen stuft die Behörde als problematisch ein.
Diese Designelemente fördern nach Einschätzung der Kommission ein abhängiges Verhalten. Der Vorwurf: Meta habe die psychische Gesundheit der Nutzer nicht ausreichend berücksichtigt. Besonders die Auswirkungen auf Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene stehen im Zentrum der Untersuchung.
Die Behörde fordert, solche Funktionen standardmäßig zu deaktivieren oder grundlegend umzugestalten. Nur so ließen sich die gesetzlichen Anforderungen an Jugendschutz und Nutzersicherheit erfüllen.
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Milliardenstrafe nach Digital Services Act
Das Verfahren gegen Meta läuft seit Mai 2024. Nach über zwei Jahren Untersuchung kommt die Kommission nun zum Schluss, dass der Konzern die Sorgfaltspflichten des Digital Services Act (DSA) verletzt haben könnte. Das Gesetz verpflichtet große Online-Plattformen, systemische Risiken zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Bestätigen sich die Vorwürfe, drohen empfindliche Strafen. Der DSA sieht bei schweren Verstößen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Branchenbeobachter schätzen eine mögliche Strafe auf über zwölf Milliarden Euro.
Schutz von Minderjährigen im Fokus
Die Ermittler werfen Meta vor, keine angemessenen Mechanismen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen implementiert zu haben. Die Kommission betont, Plattformbetreiber trügen eine besondere Verantwortung für das körperliche und geistige Wohlbefinden ihrer jüngsten Nutzer.
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Die bisherigen Maßnahmen des Konzerns zur Risikoprüfung und -minderung gelten als unzureichend.
Meta wehrt sich – Verfahren läuft
Meta hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Unternehmen betonte, man gestalte die Plattformen sicher für junge Menschen und habe bereits zahlreiche Schutz-Tools eingeführt.
Der Konzern kann nun zu den vorläufigen Ergebnissen Stellung nehmen und Lösungsvorschläge einreichen. Reichen die Änderungen der Behörde nicht aus, kann sie eine bindende Entscheidung treffen und das Bußgeld verhängen. Ein konkreter Zeitplan für den Abschluss des Verfahrens steht noch aus. Der Druck auf Meta, fundamentale Änderungen vorzunehmen, ist jedoch deutlich gestiegen.
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