Microsoft baut 2,1 Prozent ab: Xbox verliert jeden fünften Mitarbeiter
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 21:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Microsoft massiv in KI investiert, trifft es vor allem Vertrieb, Consulting und die Gaming-Sparte.
Xbox verliert jeden fünften Mitarbeiter
Besonders hart trifft es die Gaming-Sparte. Bei Xbox fallen 3.200 Stellen weg – rund 20 Prozent der Belegschaft. 1.600 Mitarbeiter müssen sofort gehen, der Rest folgt innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Xbox-Chefin Asha Sharma begründet den Schritt mit der wirtschaftlichen Lage. „Das Geschäft ist derzeit nicht gesund“, sagte sie. Die Gewinnspannen seien zuletzt deutlich gesunken.
Microsoft strafft die Managementebenen bei Xbox drastisch: von 14 auf künftig drei bis fünf Ebenen. Vier Studios verlassen den Konzern. Compulsion Games und Double Fine werden unabhängig, Ninja Theory und Undead Labs bekommen neue Eigentümer.
Bereits angekündigte Spiele-Produktionen sollen trotzdem fortgesetzt werden. Das langfristige Ziel: mehr als eine Milliarde tägliche Nutzer.
190 Milliarden für KI-Infrastruktur
Parallel zum Stellenabbau dreht Microsoft bei Künstlicher Intelligenz auf. Geplant sind Investitionen von 190 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur.
Personalchefin Amy Coleman stellt klar: Die Entlassungen seien kein direkter Ersatz von Menschen durch Maschinen. „Die Technologie verändert die Arbeitsweise und erfordert eine Neuausrichtung der Ressourcen“, so Coleman.
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Der Trend geht durch die gesamte Branche. Die KI-Investitionen der großen Tech-Konzerne sollen 2026 die Marke von 700 Milliarden US-Dollar überschreiten. Microsoft hatte bereits im Mai 2025 rund 6.000 Stellen gestrichen und im Juli 2025 weitere 9.000.
KI verändert den Arbeitsmarkt – aber anders als gedacht
Eine Analyse von 2,85 Millionen Stellenanzeigen aus dem Zeitraum Juni 2025 bis Juni 2026 zeigt: Der Bedarf an Tech-Fachkräften sinkt durch KI nicht. Gefragt sind aber neue Kompetenzen – Systemdesign, Urteilsvermögen und der sichere Umgang mit KI-Werkzeugen.
Auch in den Chefetagen entspannt sich die Stimmung. Eine Umfrage von EY-Parthenon unter CEOs ergab: Nur noch 20 Prozent erwarten KI-bedingten Personalabbau. Im Januar 2025 waren es noch 46 Prozent.
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Studien von Ramp und Revelio Labs zeigen zudem: Unternehmen, die stark in KI investieren, stellen sogar mehr Mitarbeiter ein als andere Firmen.
Junge Generation und Banken unter Druck
Trotz der positiven Signale: Der Berufseinstieg wird für die Gen Z schwieriger. Eine Studie von Jobcloud belegt: Die Zahl der Einstiegsjobs ist seit Ende 2022 um 32 Prozent gesunken. Routineaufgaben übernehmen zunehmend KI-Systeme.
In manchen Branchen bleiben die Prognosen düster. Morgan Stanley erwartet für den europäischen Bankensektor bis 2030 einen Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen.
Gleichzeitig gibt es eine Gegenbewegung. Unternehmen wie Klarna oder Nvidia setzen in bestimmten Bereichen wieder verstärkt auf menschliche Mitarbeiter. Grund: Automatisierungslösungen lieferten nicht die gewünschten Ergebnisse, oder die Kosten für KI-Ressourcen explodierten.
